Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen [Editor]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 28.1903

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DER ARCHAISCHE FRIEDHOF AM STADTBERGE VON THERA 33

B. Die unterste Terrasse.
Südlich dicht neben der Opfergrube 20, 1 m tiefer als ihr
Boden, lag der Eckstein einer grossen Terrassenmauer zu Tage,
die sich 13 m in gracler Flucht, dann IO m im Bogen nach
Süden zieht, wo sie gegen einen Felsvorsprung stossend endet.
Sie ist hergestellt aus grossen behauenen Quadern und einigen
wenig bearbeiteten Felsblöcken, die auf einem Fager von klei-
nen Steinen ruhen. Gegen das Ende ist sie weniger sorgfältig
gebaut und daher auch stärker zerstört; schon am Beginn
der Biegung ist ein grosser Block ganz verschoben. Die vor
der Terrassenmauer wie die dahinter liegenden Gräber sind
mit einer Ausnahme sehr schlecht erhalten. Vor der Mauer
ist ausser der das erste Grab nach Norden abschliessenden
Wand nur eine Quermauer sicher zu erkennen. Beisetzungen
sind nur in der geschützten Nordecke erhalten. Nach den Spu-
ren scheinen vor dem graden Stück der Terrassenmauer vier
Gräber gelegen zu haben; vor der Bogenmauer ist nur am
Ende eine Opfergrube nachzuweisen. Hinter einem jeden der
beiden Teile der Mauer liegen zwei Gräber zwischen starken
Füllungen; drei sind nach Erbauung der Terrassenmauer ange-
legt, von einem dagegen ist es wahrscheinlich, dass es schon
vorher bestanden hat (29). — Oberhalb der Terrasse sind Spu-
ren eines Grabes und zwei vereinzelte Opfergruben erhalten,
welche zeigen, dass dort einst, als die Terrassenbauten der Erde
ein Widerlager boten, noch mehr Gräber vorhanden waren.
Grab 21 (26). In dem nördlichsten Grabe vor der Terras-
senmaucr lag in einer grossen Steinpackung der kretische
Pithos C 15 mit leicht gehobener Mündung nach Süden gerich-
tet auf der Seite. Sein P'uss griff etwas in die Nordwand ein.
Die Mündung war mit einer grossen Steinplatte verschlossen,
im Inneren fanden sich Reste unverbrannter Kinderknochen.
Hinter dem Pithos in der Packung war eine zerbrochene Tasse,
auf der Packung an der Terrassenmauer stand zerdrückt der
theräische Kochtopf A 205 ; er enthielt verbrannte Knochen,
stellt also eine spätere Beisetzung dar. Südlich neben der
Steinpackung lagen Reste einer Aschenschicht.

ATHEN. MITTEILUNGEN XXVllI.

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