Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen [Editor]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 28.1903

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DER ARCHAISCHE FRIEDHOF AM STADTBERGE VON THERA 43

liehe Schädel war durch einen gegen die Mauer gelehnten
Gefässfuss gestützt, quer über der Brust beider Leichen lag
ein langer Steinbalken, der gewiss von der Decke des Grabes
stammt, ein kleinerer flacher Stein lag auf dem Leibe des öst-
lichen Toten. Das Grab scheint also erst nach der zweiten
Beisetzung eingestürzt zu sein. Deren Zeit ist nicht genauer zu
bestimmen; der Gefässfuss unter dem einen Schädel besteht
aus grobem theräischem Thon ; die Form einer massiven
Scheibe mit Ansätzen einer sehr bauchigen Rundung ist in
Thera bisher nicht beobachtet, also wird der Fuss nicht zum
alten Inhalt des Grabes gehört haben.—Die archaischen Ge-
fässe waren arg zerdrückt, aber sonst unberührt.


1 Grosse theräische Amphora A 10, auf dem Fusse einer
anderen theräischen Amphora stehend. Die Mündung in den
Bauch gedrückt, darauf die theräische Schale A 162 ohne Fuss ;
darin verbrannte Knochen.
2. Unterteil einer euböischen Amphora mit durchbrochenem
Fuss. Darin Scherben zweier theräischer Skyphoi.
3. Zerfressene theräische Amphora, ohne Hals beigesetzt.
Darin verbrannte Knochen.
4. Zerdrückte kretische Amphora wie C 21, darin verbrannte
Knochen.
5. Zerdrücktes und verwittertes bauchiges Gefäss aus brau-
nem Thon, auf dem Fuss eines kretischen Pithos stehend
(von der Gattung C 21).
6. Unterteil einer grossen theräischen Amphora, darin ver-
brannte Knochen und viele kleine Schnecken (Z 5); daneben
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