Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen [Editor]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 28.1903

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ERNST PFUHL

sind sorgfältig erbaut aus doppelten Reihen leicht bearbei-
teter, zum Teil grosser Bruchsteine, die nirgends vorkragen,
sondern eine durch Ringverband gehaltene Wölbung bilden.
Rückwärts unten lehnen die Wände sich an den Fels, seitlich
werden sie von grossen Steinfüllungen umschlossen. Die Thür
hat hinten gelegen, da, wo ein halb in den Schiefer geschnit-
tener Schacht in eine Opfergrube endet. Genau in der Breite
der Grube liegt in der Mauer eine Schwelle aus flachen Stei-
nen, daneben schneiden besonders grosse Wandsteine fast
senkrecht über einander ab: vor ihnen werden hochkantige
Platten als Thürpfosten gestanden haben (vgl. die Thiiren von
3 und ιοί). Die äussersten Steine sind vom Feuer gerötet;
man hat also bei offener Grabthür Totenopfer verbrannt. Der
Boden des Grabes besteht aus einem Erdestrich voll ganz klei-
ner schwarzer, roter und weisser Kiesel. Von dem einstigen
Inhalt fanden sich unter zahlreichen herabgestürzten Steinen
nur einzelne Scherben grosser Gefässe und zwei Tässchen aus
grauem Thon (Q) sowie eine unverbrannte Schweinerippe, die
von einer beigegebenen Mahlzeit stammt; das Grab ist also
schon vor seinem völligen Einsturz ausgeraubt worden.
Opfe rgrube 42a (50). Die Grube ist an der hinteren
Längswand in den Schiefer geschnitten, die beiden anderen
Wände sind aus kleinen Steinen gegen die sie umgebende
Füllung gebaut; alle drei sind leicht geböscht. In den Boden
ist schräg eine Stufe gearbeitet, an deren mehr zurück lie-
gender Ecke sich eine Quader befindet (vgl. die Gruben 35
und 6 a). Die Aschenschicht war fast 1 m stark—als sie so hoch
wuchs, muss die Thür des Grabes vermauert gewesen sein—und
enthielt Knochen von Kleinvieh und vom Kalbe sowie
1. Scherben zweier theräischer Tassen.
2. Scherben einer jonischen Schale (G II B).
3. Einen korinthischen Aryballos mit Ringfuss (Μ VIII).
Grab und Opfer grübe 43(49). Dies Grab scheint nach
dem Kuppelgrabe angelegt zu sein, indem man es halb in des-
sen Hinterfüllung, halb in den Fels schnitt. Zwischen dem
Grabe und dem benachbarten Verbrennungsplatze 44 ist nur
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