Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen [Editor]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 28.1903

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DER ARCHAISCHE FRIEDHOF AM STADTBERGE VON TFIERA 59

eine theräische Chytra A 216, die in einer Steinpackung zer-
drückt war; sie barg nur noch Erde. In der Südostecke von a
lag eine sich nach vorn verlierende dünne Aschenschicht von
1,1 m Breite. Vom Inhalt des Grabes b wurde nichts gefunden.
Grab 60 (45). Das grosse Grab ist tief in den Schiefer ge-
schnitten, der die fast 2 m hohe Rückwand und die Südwand
bildet. Von der Nordwand besteht nur der Ansatz aus Schiefer,
vorn ist sie unter Benutzung eines grossen Blockes aus behauenen
Quadern gebaut; aus solchen bestehen auch die Reste der Vor-
derwand. Das Grab ist ausgeraubt worden. Im Schutt verstreut
fanden sich Scherben vieler Gefässe und verbrannte Knochen
sowie mehrere Steinplatten, die zur Bedeckung der Urnen dien-
ten. Ein einziger Gefässfuss stand noch auf einer der zahlreichen
Unterlageplatten.
Grab 61 (46). Dies dem vorigen ähnliche Grab ist noch stär-
ker zerstört und ebenfalls ausgeraubt. Die Schieferrückwand ist
mit grossen Steinen verkleidet, die Nordwand scheint unregel-
mässig abgearbeitet zu sein, weil der Fels stellenweise nicht
hielt; es fanden sich Reste einer Ergänzung mit Bruchsteinen.
Von der Vorderwand ist kein Stein mehr erhalten, von der Süd-
mauer nur die hintere Hälfte. Der Schutt war voller Scherben
und verbrannter Knochen, auch wurden kleine Reste von Bron-
zegefässen, der Kahn einer Fibel und ein einfacher Ohrring ge-
funden V 34, 36. In der Südostecke lagen Scherben einer the-
räischen Amphora mit den Steinen der Packung durcheinander
geworfen ; die Brüche sahen frisch aus ; die Beraubung ist also
schwerlich älter als das vorige Jahrhundert. Von mehreren Ur-
nenpackungen war noch die unterste Steinlage erhalten, zahl-
reiche Unterlageplatten für Gefässe lagen noch an Ort und Stelle.
Das Grab muss sehr reich gewesen sein.
Opfergrube 62 (43). Nördlich oberhalb von Grab 60 liegt
eine halbkreisförmig in den Fels geschnittene Grube, die vorn
mit einer Mauer abgeschlossen gewesen sein wird. Zwei jeder-
seits am Ende der Einarbeitung liegende Quadern scheinen je-
doch nicht zur Mauer gehört, sondern als Auflager für die Scheite
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