Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen [Editor]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 28.1903

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ERNST PFUHL

halslosen Amphoren, den Kesseln, den Skyphoi und in gewissem
Sinne auch am Hals der hohen Amphoren nachgewiesen ist.
Auch im einzelnen ist manches bemerkenswert, vor allem das
bisher beispiellose Auftreten wenig stilisierter Tier - und Men-
schendarstellungen. Im Folgenden wird nur wirklich Neues her-
vorgehoben, den Zusammenhang giebt die Anordnung innerhalb
der einzelnen Gefässgruppen.
Bei den grossen Amphoren bietet zumal die Verzierung des
Halses neue Formen. Auf den Hals beschränkt sich der Schmuck
bei 26, 27, 33 (Beil. V 1). Die beiden ersteren sind am Rumpfe
mit Streifen verziert, der Hals ist verwittert und scheint nur
gewohnte Ornamente besessen zu haben; letztere ist am Rumpfe
ganz gefirnisst und zeigt am Halse über einem Streifen von Krei-
sen eine Art Felderteilung. Die senkrechten Schlangenlinien
teilt sie mit mehreren Gefässen. Beil. IV 3 hat über und unter
einem Mäander je einen Streifen eng gestellter Gruppen von
Schlangenlinien; weit gestellt erscheinen solche im untersten
Halsstreifen von Beil. II 1 und auf dem Teller 167 ; eine
regelrechte Felderteilung dieser Art endlich zeigt Beil. V 1.
Höchst wahrscheinlich sind die senkrechten Schlangenlinien
vom Halse der euböischen Amphoren entlehnt. Spuren senk-
rechter Felderteilungen sind noch an einer weiteren, leider zer-
störten Amphora kenntlich (22), und auch die seitliche Begren-
zung eines Mäanders durch breite Felder mit schräg gestelltem
gegittertem Schachbrettmuster bei 15 geht über das Gewohnte
hinaus. Vereinzelt ist ferner ein Streifen vierfacher Rauten mit-
ten auf dem Halse der Amphora 21 und ein unterster Streifen
von Rechtecken mit senkrecht gegenständigen Dreiecken bei
Beil. IV 1. Sehr merkwürdig sind die beiden Lekythen am Halse
der Amphora Beil. V 2. Dass sie nicht zufällig eine ausgeprägte
Metallform zeigen, wird durch das völlige Fehlen ähnlicher
Thongefässe in Thera nahe gelegt; solche Vorbilder ahmen die
protokorinthischen Lekythen nach; man darf also hier ein neues
Zeugnis für die Einfuhr von Metallgefässen erkennen.
Die Art dieser Metallvorbilder zu verdeutlichen sind die Am-
phora Beil. IV 2 und die Scherbe Beil. VI 3 geeignet. Schon die
Bildung von Lippe und Henkeln der Amphora verraten die
Nachahmung; die gebogen und angelötet zu denkende Henkel-
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