Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen [Editor]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 28.1903

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DER ARCHAISCHE FRIEDHOF AM STADTBERGE VON THERA 201
echte Spirale, einmal (bei 20), einen als einfache Linie gemalten
Mäander — bezeichnend für die Gleichwertigkeit beider Formen.
Die Skyphoi 32 und 33 (Beil. XXXIII 4 und 6) scheiden sich in
Arbeit, Form und Verzierung von den anderen; sie stehen zwi-
schen den Hauptgattungen. Zur Randbildung von 32 (Beil.XXXIII
4) kann man Pallat a.a. 0. S. 291, Abb.16 vergleichen; 33 (Beil.
XXXIII 6) hat einen Falz für einen Deckel wie Nat. Mus. 853,
vgl. die korinthischen Näpfe in Berlin Cat. 975 f. und den kreti-
schen mit dem Ordenskreuz aus dem Schiffschen Grabe (Thera II
S. 316, Abb. 508). Das Auftreten eines senkrechten Bandhenkels
bei 34 — 36 (Beil. XXXIV 7) trennt nach Ausweis von Thera II
S. 191, Abb. 383 diese Skyphoi nicht von den anderen.
Die Lekythen der älteren Art sind oben nach der Verzie-
rung angeordnet worden; der Form nach müsste 38 (Beil.
XXXIII 9) zuletzt stehen, denn es erinnert bereits an die späte-
ren Lekythen. Der Übergang lässt sich an den Funden von
Syrakus und vom Heraion genau verfolgen. Daneben lebt die
alte Form noch fort und trägt deshalb bisweilen jüngere Verzie-
rungen; bei 43 und 44 (Beil. XXXIII 12 und 13) erscheint sogar
bereits die Ritzung. Vom Schulterschmuck sind Strahlen, Blät-
ter, Spiralhaken wohlbekannt; Rauten erscheinen in umschrie-
bener Form auf der alten Lekythos Notizie degli scavi 1895
S. 179, durchbrochen wie bei 44 an Hals und Bauch der jünge-
ren, ebenda 1893 S. 472; die schrägen Striche von 42 kehren
unter der Schulter von Notizie degli scavi 1895 S. 149 wieder;
dies Gefäss hat auch auf der Mündung einen Strahlenstern wie 44.
Das einem Vogelkopf ähnelnde Ornament von 44 (Beil. XXXIII
13) steht allein; ebenso scheint die Verzierung des Bauches mit
einer oder mehreren Schlangen neu zu sein; auf der Schulter be-
gegnet sie bei einer Lekythos aus dem Heraion, bei einer aus
Eleusis (Έφ. άρχ. 1889 S. 177) und bei einer aus Syrakus (.Notizie
degli scavi 1895 S.151), vgl. auch Sammlung Saburoff Taf. 47.
—Von den jüngeren Lekythen verdient nur die beste mit den
übermalten Ritzlinien Beachtung. — Die grosse Lekythos 56
(Beil. XXXIV 1) gehört zu einer Gattung, von welcher nur ein-
fache Stücke veröffentlicht sind (Masner Oesterr. Mus. Abb. 4,
Pottier, Vases du Louvre Taf. 39 f,). Zahn kennt eine ganze An-
zahl solcher Lekythen sowie zugehöriger Kannen in Corneto,
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