Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen [Editor]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 28.1903

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DER ARCHAISCHE FRIEDHOF AM STADTBERGE VON THERA 209
mit den eiförmigen Amphoren (Thera II S. 228, Abb. 425 a)j
selbst der bei jenen bisweilen begegnende Ring um den Halsan-
satz wiederholt sich bei 6. Mit einer eiförmigen Amphora sind
1, 3, 4 zusammen gefunden worden. Wichtig ist die getreue
Nachbildung in den schwarz gefirnissten Amphoriskoi, die un-
möglich von den jonischen Schalen getrennt werden können
Erschwert wird die Frage durch das frühe Auftreten ähnlicher
Formen im Mutterlande ; aber die verwandten altattischen Am-
phoren (Arch. Jahrb. 1899 S.191 f ; einen neuen Vergleichs-
punkt bieten die Streifen von 2—4) stehen grade fremdartig der
gewöhnlichen Ware gegenüber. Ursprünglich ist die Form gewiss
ostgriechisch; von dort wird sie nach Thera gekommen sein
(A 34), und dorthin weisen die von den korinthischen Amphori-
skoi wohl in absichtlicher Concurrenz nachgeahmten phönild-
schen Glasgefässe (vgl. Löschcke Athen. Mitt. 1894 S. 510). Für
dauerndes Bekanntsein im Mutterlande zeugen die Amphoren
aus Attika und Troizen, die Francoisvase, die korinthischen und
die böotischen Amphoriskoi in Bonn (Thera II S. 189). Unbe-
kannt ist die Herkunft der im Folgenden besprochenen Gefässe
aus Thera, die den Dipylonamphoren ähneln. Den vorliegenden
Einzelfall können deshalb nur neue Funde entscheiden.

O. GATTUNG VON UNBEKANNTER HERKUNFT.
1. Grab 3(gA) 8. Beil. XXXVII 1. H, 0,375. Gelbrötlicher
Thon mit leicht geschlämmter Oberfläche, brauner Firnis. Am
Hals jederseits drei spitze umschriebene gegitterte Dreiecke,
dazwischen senkrechte Schlangenlinien. Um den Bauch Streifen.
2. Grab 4(918) 5. Beil. XXXVII 2. H. 0,425. Bläulich roter
Thon mit geringen Einsprengungen, heller Anstrich, brauner

1 Vgl. Thera II S. 218. Zwischen dieser Stelle und der Behandlung der Am-
phoriskoi auf S. 190 besteht ein Widerspruch ; bei aller Verwandtschaft der
Kreise können die Amphoriskoi nicht gleichzeitig jonisch und chalkidisch sein,
ebenso wenig die Schalen. Zur Ähnlichkeit der Amphoren und Amphoriskoi sei
noch bemerkt, dass der thongrundige Schulterstreif der Amphoriskoi auch bei 1
erscheint; tiefer am Bauche ist ein solcher Streifen angedeutet bei der Amphora
des Dionysos auf der Frangoisvase.
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ATHEN. MITTEILUNGEN XXV1I1.
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