Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen [Editor]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 28.1903

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DER ARCHAISCHE FRIEDHOF AM STADTBERGE VON THERA 255
Gräbern bequem den Abhang herabwerfen können ; vermutlich
hat man dies jedoch nie gethan, sondern ihn stets zur Verschüt-
tung der fertigen Bauten benutzt. Ob die Gräber nun mehr oder
weniger frei liegen blieben : in jedem Falle erhöhte sich die
Oberfläche, und die Schuttmassen fanden an den Grabbauten
den Halt, der ihnen bisher gefehlt hatte. Ein Beweis starker Er-
höhung des Bodens ist die Anlage des Grabes 97 hoch über 98.
Denkbar wäre auch, dass man den leichten Bimsstein herbeige-
schafft und aufgeschüttet hätte. Darauf führt eine in den Aus-
grabungsbericht der Kürze halber nicht eingetragene Beobach-
tung, die an vielen von den Gräbern, deren Vorderwände erhal-
ten sind, gemacht wurde: unter dem oberen Erd- und Stein-
schutt fand sich bis zum Boden des Grabes herab Bimsstein.
Vor der Ausgrabung war der Abhang bis zu .den ganz unten be-
findlichen grossen Lagern völlig frei von Bimsstein; dass vor An-
lage der Gräber dort welcher gelegen habe, ist möglich, aber
bei dem steilen Abfall nicht sehr wahrscheinlich. Sicher bleibt,
dass über vielen Gräbern Bimsstein lag.
Von einer Anzahl Grabkammern lässt sich nun bestimmt sa-
gen, dass sie ganz verschüttet gewesen sind. Es sind das die
hinter den grossen Terrassenmauern gelegenen Gräber, deren
Mauern hoch, hinten meist bis zum Ansatz der Decke erhalten
sind, und einige andere, wie das kleine Grab 36, das schmale
Grab 39, das tief in den Schiefer geschnittene Kuppelgrab 53.
Ganz unzweifelhaft ist eine vollständige Verschüttung bei dem
grossen Grabe mit der Treppe (98), da man später 2,2 m über
seinem Boden ein neues Grab errichten konnte. Dies letztere (97)
ist allerdings schwerlich ganz verschüttet gewesen, und das selbe
gilt von den meisten der vor den Terrassenmauern gelegenen, so-
wie von einigen vereinzelten und besonders grossen Gräbern.
Die schmale Form von I, 5 und 34 soll nicht dafür angeführt
werden, dass man sich scheute, weiter vorzubauen, denn man
hat vielleicht nur eine grosse Spannung der Decke vermeiden
wollen; diese Gräber können noch am ehesten ganz im Ab»
hange gelegen haben. Aber wenn man zwischen I und 3 das
weit vortretende Grab 2, wenn man neben dem Verbrennungs-
platze 48, der vorn nur wenig eingesenkt war, das mächtige
Grab 47 sieht, so muss man annehmen, dass ihre Vorderwände
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