Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen [Editor]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 28.1903

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G. SOTIRIADES

gröberen Gefässen und einige wenige Feldsteine vermengt, wie
man solche auch sonst in der Ebene zerstreut überall vorfin-
det. Nur als wir in dem seitlichen Einschnitt zur letzten Tiefe
gelangten und den ursprünglichen Boden mit der Hacke be-
rührten, fanden wir einige kleine schwarzfigurige Lekythen und
Vasenscherben, die einer älteren Zeit, offenbar noch dem fünf-
ten Jahrhundert angehören. Ohne Zweifel lagen sie in Gräbern
oder sonst verborgen im ursprünglichen Boden, auf den dann
die Schutterde des Grabhügels kam.
Im Zentralschacht in der Tiefe von 7 m begann die sonst im
ganzen Kegel sehr harte und schwer zu hackende Erde plötz-
lich locker zu werden und nach unten zu sinken, so dass
sich bald ein Hohlraum bildete, in welchem eine bedeutende
Schicht von Asche und Holzkohlen zu Tage trat. Darin fanden
sich eine Unmenge von verbrannten Knochenresten sowie einige
Lanzenspitzen und Schwerterstücke nebst zahlreichen Vasen-
scherben derselben Gattung, wie die vorher erwähnten. Schon
strömte aber in diese Schicht von der durch starke Regengüsse
überschwemmten niedrigen Ebene das Wasser in solcher Fülle,
dass es mir unmöglich wurde, in dem tiefen engen Schacht
weiter zu graben. Erst später, im Januar bis März dieses Jahres,
gelang es mir, den Schacht zu erweitern und auf einer Fläche
von 100 qm die Brandschicht vollständig freizulegen und genau
zu untersuchen.
Die Sache wurde so ganz klar. Auf dem antiken Feldboden,
in welchem ich nur noch einige Feldsteine fand, war ein gros-
ser Scheiterhaufen errichtet worden. Ganz verkohlte oder halb-
verbrannte dicke Holzscheite Hessen sich noch in der feuchten,
zusammengebackenen Masse der Asche und der Knochen unter-
scheiden. Die Brandschicht bildete einen Kegel, dessen Durch-
messer 10 m und dessen grösste Höhe in der Mitte gegen
0,75 m betrug. Der Brand muss ein sehr starker gewesen sein,
da nur die dickeren Knochenstücke der verbrannten Leichen,
hauptsächlich Wirbel und Arm- und Schenkelknochen sich eini-
germassen erhalten haben. Die zweitausendjährige Nässe auf
diesem stets feuchten und jahraus, jahrein überschwemmten
Boden hat übrigens auch das ihrige getan, um die Zerstörung
zu beschleunigen und so sind denn alle eisernen Waffenstücke,
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