Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen [Editor]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 28.1903

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DAS SCHLACHTFELD VON CHÄRONEA

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die eisernen Striegel, die Masse grösserer Eisenstücke, die viel-
leicht zu den Pferderüstungen gehörten, allerlei unbestimmbare,
ganz verrostete oder zu Klumpen geschmolzene Stücke, Ringe,
Nägel, endlich auch die bronzenen Gegenstände, die ja schon
vom Feuer stark angegriffen waren, gründlich zerstört. Bemer-
kenswert sind die Lanzenspitzen, von denen die besser er-
haltenen eine bedeutende Länge haben; sie messen 0,38 m,
das erhaltene kleine Stück der Tülle mit eingerechnet. An den
zweischneidigen Schwertern ist die Blutrinne und der Griff gut
kenntlich. Einschneidig sind die etwas gekrümmten, langen
Messer von der Form der türkischen Jatagans. Erhalten sind
auch einige Dolche. Eine Unmenge von Waffenstücken, na-
mentlich von Lanzentüllen sind zu grösseren und kleineren
Klumpen zusammengeschmolzen. Natürlich sind die hölzernen
oder knöchernen Beschläge der Schwerter- und Messergriffe
vollständig zerstört; nur die Nägel sind an diesen Griffen zum
Teil erhalten1. Menschliche Zähne fanden sich auch, eine hüb-
sche bronzene, ganz unversehrt gebliebene Pfeilspitze, die wahr-
scheinlich im Körper des Verbrannten steckte, mehrere Bronze-
nägel, wahrscheinlich von Schwertgriffen, und zwei Bronze-
münzen. Die eine ist vom Feuer und von der Nässe sehr stark
beschädigt, die andere ist ein wenig besser erhalten ; sie zeigt
einen griechischen Kopf und ist zweifellos eine griechische
Münze klassischer Zeit und zwar höchst wahrscheinlich eine
makedonische 2. Von den Vasenscherben zeigen einige eine
Verzierung von Epheuranken, so namentlich eine guterhaltene
dünnwandige Kanne, die bei aller Vorsicht nicht vollständig
1 Einige der besser erhaltenen Eisenfragmente sind auf Beilage XLI zusam-
mengestellt. Lanzenspitzen: 7,8,16. Einschneidige Messer: 9,
11,12. Ein Stück von einem Schwert mit einem Rest des Griffes: 17. Dolch:
15. Nagel 6. Unklarer Bestimmung sind die Ringe 1 —4 und die
Stücke 5,13,14. 14 scheint ein Bügel zu sein, den zwei Nägel auf einer Unter-
lage festhielten — ob von einem Schilde? Einige (nicht abgebildete) Fragmente
von Schwertern lassen.auch die Blutrinne erkennen.—Die Gegenstände sind
vom Rost und den anhaftenden Knochensplittern, Steinchen und Vasenscherben
noch nicht gereinigt—eine Arbeit, bei welcher nur zu leicht die Eisenstücke sel-
ber zu Grunde gehen.
Der Numismatiker Dr. A. Lampropulos erschliesst das mit Sicherheit aus
der Dicke der Münze.
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