Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen [Editor]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 28.1903

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E. PREUNER

Auf den Sohn des Kyllos, der als erster der Familie das
römische Bürgerrecht erhielt, auf T. Flavius Eubiotus, dessen
Statue die Vaterstadt Hypata setzte (s. oben S. 377), ist ferner
die delphische Inschrift BCH 1896, 720 Inv. Nr. 414 (s. 1897,
475) zu beziehen; ob er und der Eubiotos bei Plutarch de soll,
an. 965 C eine Person sind, ist nicht auszumachen, Dieses T.
Flavius Eubiotus Sohn wieder ist—was Bourguet auch völlig: ver-
kannt hat, der auf einen T. Flavius Cyllus alle Zeugnisse verei-
nigte—jener nach dem Grossvater benannte T. Flavius Cyllus,
der nach einer Inschrift aus Aizanoi in Phrygia Epiktetos (Le
Bas Voyage arch. III 869) bald nach dem Jahre 157 Archont
der Panhellenen, Priester des Gottes Hadrian und Agonothet
der grossen Panhellenien gewesen ist.
Sollte also der Stratege unserer Siegerliste Kyllos ein Mit-
glied dieser Familie gewesen sein, so könnte die Liste späte-
stens in domitianische Zeit fallen. Diesen Strategen ohne weite-
res etwa mit dem Athen. Mitt. 1884, 300 genannten identifizieren
zu wollen, geht aber keinenfalls an, da es, wie oben nachgewie-
sen wurde, mehrere dieses Namens gegeben hat.
Den Namen des ταγεΰων unserer Nr. 3, 1 f. hat Dürrbach zu
[Άρισ]τογένους τοϋ Άνδρο|σθένο]υς ergänzt. Da die vier Buch-
staben Αρισ die Lücke nicht zu füllen schienen, kam mir der
Einfall, ob nicht auf Grund des Namens des Siegers δίνδρας στ (ί-
διον I Άνδρο σθένη ς Θεμιστοκλέους Ζ. 2 5 f· auch Ζ. ι Θεμισ]τογέ-
νους einzusetzen, und weiter, ob nicht am Ende Θεμιστοκλέους
Z. 26 statt Θεμιστογένους verlesen sei, da Kern bereits einige
starke Verlesungen des ersten Fierausgebers festgestellt hatte.
Auf eine Anfrage bestätigte mir Kern freundlichst alsbald,
dass nach dem Abklatsche Z. 26 Θεμιστογένους sicher stünde;
daher auch an der Richtigkeit der Ergänzung des Namens
des ταγεΰων zu Θεμισ]τογένης Άνδρο[σθένο]υς ein Zweifel kaum
möglich ist.
Die Namen Androsthenes und Themistogenes kehren nun
seit dem Beginne des II. Jahrhunderts v. Chr. zu wiederholten
Malen in einer Familie Gyrtons wieder, die besonders zahl-
reiche Mitglieder in die ersten Würdenstellen entsandt zu haben
scheint. Άνδροσθένης Ιταλού Γυρτώνιος ist thessalischer Stratege
188/7; auf den Strategen Πτολεμαίος Θεμιστογένους Γυρτώνιος
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