Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen [Editor]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 46.1921

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üewandschemata der archaischen Kunst

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Auch Profilfiguren haben rahmende Borten: rcötviu U-t^ojv auf korin-
thischem Aryballos in Carthago, a. a. O. 134, auf Schlauchlekythos in
Berlin, Furtwängler, Vasensamml. No. 1009. Ein phönikisches Beispiel
wieder ist Poulsen Abb. 46.

Das Schema findet sich also außer im Orient in Kypros, Naukratis,
auf dem Festland und in Etrurien, nicht in Kleinasien und auf den Inseln.
Auch in mykenischer Zeit koinmen seitliche Borten vor: Rodenwaldt,
Tiryns II, 5f. Taf. XI, 4; ein Zusammenhang mit der späteren griechischen
Kunst besteht aber nicht (vgl. Buschor, Beitr. z. Gesch. d. griech. Textil-
kunst 21 f.).

§ 4. Schema der Mittelsenkrechten. Borte: Kypros: Ohnefalsch-
Richter, Kypros Taf. XX f.; wohl aufgelegtes Band: Perrot-Chipiez III
Abb. 521, nicht bis zum unteren Rand reichend; ebenso etruskisch:
Brunn-Br. 586 Textabb. 14 rechts die Ge. Von Hals bis Füße: ionisch-
italische Bronze Arch. Anz. 1913, 17; Amphora aus Keos, Vases du
Louvre E. 732; Harpyien der Phineusschale F.-R. 41, hier schmal und
unterer Randstreif; etwas breiter bei den Moiren der Frangoisvase. F.-R.
1, 2; nur am Unterkörper, breit und mit Randstreif: Statuette von
Auxerre, Mon. Piot XX 1913, Taf. I und B. S. A. XIII, 106 Abb. 32,
Elfenbeinrelief aus Sparta, sehrbreit; letzteres ist kretisch-peloponnesisch.

Ganz singulär ist das gleichzeitige Auftreten von Borte und Falten-
bündel nebeneinander bei Excavations at Ephesus Taf. XXI No. 6.
Beides verträgt sich nicht, da jedes in die Mitte gehört: das Biindel hat
die Borte, auf die der Künstler nicht verzichten wollte, an die Neben-
stelle gedrängt (so ist gegen Poulsen, a. a. 0. 105 zu formulieren; sonst
gute Bemerkungen über das Mittelbündel bei Poulsen, Jahrb. XXI 1906,
198, 209 ff.). Auch in der etwa 700 v. Chr. zu datierenden Basis des
Artemisions kommt das Faltenbündel vor: Hogarth, a. a. O. Taf. IV
No. 4, 13, 15. Daß es phönikisch ist, beweist eine Bronze im Louvre
(Taf. 111, 3 n. Phof. Alinari 23834). Hethitisch wird das Schema durch ein
Band dargestellt: Perrot-Chipiez IV Abb. 331, 352; Sendschirli Taf. XLff.
Ob die Mittelsenkrechte auf Siegelzylindern z. B. Ward, a. a. O. No. 862,
876, 884, 890 f., 940 jedesmal als bunte Borte oder als mit Fransen ver-
sehener Mantelrand, wie sicher bei No. 878, anzusehen ist, ist schwer
auszumachen. Syrisch: M. Müller, Egyptological Researches I, Taf. 9.
Vereinzelt gibt es Mittelborten in der kretisch-mykenischen Kunst: ‘Klage-
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