Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen [Editor]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 46.1921

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Walther Kolbe

Stele herrührt, der Fall gewesen sein. Es ist zu schließen, daß die beiden
Bruchstücke sich unmittelbar aneinanderschließen, derart, daß fr. Jarde
den oberen Teil, fr. Colin den unteren der Inschrift trägt, vgl. Dürrbach
S. 155.

c) Bruchstück Roussel-Hatzfeldt. Noch fehlt uns der Name des
Archon, der in fr. Jarde nicht erhalten ist. Da hat wieder ein glücklicher
Fund weitergeholfen. Roussel und Hatzfeldt veröffentlichten im Bull.
Corr. Hell. XXXIV 1910, 421 n. 88 ein neues Bruchstück der Inschrift
des ITvüödwQog, das wie das in der ersten Zeile stehende [dyaHfj] vvyri
zeigt, gleichfalls vom Oberteil der Inschrift herstammt. Obwohl das neue
Bruchstück nicht im Bruch an fr. Jarde anpaßt, kann nicht bezweifelt
werden, daß beide von den Angaben des ersten Jahres herrühren. Wir
gewinnen daher durch Roussels Veröffentlichung den bisher noch fehlen-
den Namen des ersten Archon dieser Gruppe, nämlich [T. (DXa(oviog)
'AT\mßidd[rjg. Mithin gibt uns Stele B über insgesamt vier Jahre Aus-
kunft, nämlich:

1910, 421, 88 Z. 4. [7. 0ka(oviog) "A/J]xißidd[t]g

1899, 85 Z. 5. Kaoios rhoyevrjg

1899, 86 Z. 12/3 <VXaoviog Ev\cpavi]s

1899, 86 Z. 20. ’lovhos Kdoiog.

Zwei in sich zusammenhängende Gruppen von Archonten sind ge-
wonnen. Ehe wir ihre Einordnung versuchen, müssen wir noch die Frage
erörtern, wie groß der Zwischenraum zwischen A und B ist. Dürrbach
weist S. 156 darauf hin, daß Stele A 1,60 m hoch ist und damit die durch-
schnittliche Höhe der Stelen in Delos um ein Beträchtliches übersteigt R.
Daher dürfen wir, obwohl der Stein unten beschädigt ist, die Inschrift
für vollständig halten. Nun ist bei B die Oberseite erhalten (vgl. Diirr-
bachs Bemerkungen S. 175 für die linke Ecke, Roussel-Hatzfelds Ver-
öffentlichung Bull. Corr. Hell. 1910, 421 f. für die rechte Ecke). Wir
haben also festzustellen, daß B die unmittelbare Fortsetzung von A bildet,
es sei denn, daß eine ganze dritte Stele, die zwischen beiden einzuschieben
wäre, verloren gegangen ist. Damit erhalten wir nunmehr eine Reihe

J) Les steles de cette epoche ne depassent que rarement 1 m en hauteur;
celle de Hypsocles en 279 a 1,31 m; les nos. III V. VI. XIII de M. Homolle
n’atteignent pas 1 m.
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