Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen [Editor]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 47.1922

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Däs Olympieion in Athen

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Ich weiß diese Vorsprünge nur als Standplatten für das Gerüst der Säule zu
erklären. Solche feste Unterlagen waren notwendig, denn der Zwischen-
raum zwischen äußerem Fundament und den Fundamentpfeilern ist mit
einer Erdpackung ausgefüllt, deren genaue Beobachtung den Beweis für
den peisistratidischen Ursprung der Einzelfundamente und damit des ge-
samten Grundrisses erbrachte. Der Schnitt Tafel X 4 zeigt deutlich,
wie der Bau aller Fundamente gleichzeitig erfolgte. Jede versetzte Schicht,
sowohl die des durchgehenden Außenfundaments als der Einzelfundamente,
wurde an Ort und Stelle zurechtgehauen, nivelliert und die Abspalte
heruntergefegt. Dementsprechend finden wir von den Karastein-Lagen
des Außenfundaments ausgehende Abspaltschichten von Karastein-
splittern, von den Lagen der Einzelfundamente aus solche von Poros-
abfällen. Nach dem Versatz der nächsten, höheren Lage wurde die mit
den eben geschilderten Abfallschichten bedeckte bisherige Oberfläche des
Zwischenraums mit Erde aufgeschüttet u.s.f. Diese Erde enthält zahlreiche
Scherben der minyschen, geometrischen, orientalisierenden und attisch-
schwarzfigurigen Gattung, deren jüngste von Gefäßen aus der Zeit um
530 stammen. Dieser Befund zeigt unumstößlich die gleichzeitige Ent-
stehung des Außenfundaments und der Einzelfundamente und, da er sich
auch beim Schnittgraben zwischen der 3. westlichen Säulenreihe und der
Cellawand vorfand, des Cellafundaments. Letzteres ist im Mittelalter
abgebaut und die Leere mit Bauschutt ausgefüllt worden: der haarscharfe
Schnitt zwischeji peisistratischer und neuer Füllung gibt genau die Ab-
grenzung der Mauer nach'Westen hin an.

D e r Unterbau. Die Euthynterieschicht besteht aus
hartem Porosstein. An den Ecken quadratische, doppelt verklammerte
Quadern, dazwischen schmalere, einfach verklammerte. Der Spiegel ist
unten im Werkzoll geblieben; oben ist er geglättet. In unregelmäßigen
Abständen senkrechte geglättete Streifen. Die Stoßfugen bleiben immer
im Werkzoll. Die |—-| Klammern sind verschieden lang: von 35,5—56 cm
(Eckquadern) sind fast alleMaße vertreten. An der erhaltenen Nordseite
sind Klammern der zweiten Reihe nicht ordnungsgemäß angebracht
worden, vielmehr ist an einigen Stellen nur das horizontale Stück aus-
gehauen, einmal sind die Vertikalhasten sauber vorgezeichnet, aber nicht
ausgeführt, zweimal die Klammerlöcher ausgehauen, aber leer geblieben.
Die Euthynteriequadern haben hinten schräge Stoßflächen, die auf eine
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