Anfangsgründe der teutschen, lateinischen und griechischen Sprache, und Rechenkunst: Zum Gebrauche der Vorbereitungsklassen zum Gvmnasium — Augsburg, 1778 [VD18 12046191]

Seite: 187
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der lateinischen Sprache. 137
1. Kann man insgemein kein Mittelwort ma-
chen, außer es stehe bas welche in der ersten En-
dung. Wenn also das welche in der vierte» En-
dung stünde, müßte man die wirkende Bedeutung
in die leidende verändern. Z.B.
Der Abel, welchen Kain gctödket hak.
Der Abel, welcher vom Kain ist geködtet
worden.
/rbel a Lamo orrk/tt/.
Wenn aber im Gegencheile das welche in der
sechsten Endung stünde, müßte man die leidende
Bedeutung in die wirkende verändern. Z. B.
Die Sonne, von welcher die Planeten er-
leuchtet werden.
Die Sonne, welche die Planeten erleuchtet.
80! kianetas iiluürans.
2. Aus diesen zweyen Beyspielen sieht man
schon vorläufig, daß, wenn das welche in der
ersten Endung steht, man Acht geben müsse, ob
Las Zeitwort der wirkenden, oder leidenden Be-
deutung sey. Denn im ersten Falle machet man
das Mittelwort der gegenwärtigen in ans, und
ens, oder der künftigen Zeit in rus mit jenem
Hauptworts überein, mit welchem das beziehende
Fürwort hätte überein kommen müssen, wie aus
dem zweyren eben angeführten Beyspiele erhellet.
Wenn aber entgegen das Teutsche der leidenden
Bedeutung ist, oder in selbe muß umgestaltet wer-
den ; so machet inan das Mittelwort der vergan-
genen Zeit auf tus, tun, , oder 6us, und
Md selbes kömmt alsdann mit jenem Hauptwort«
über-
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