Ars: časopis Ústavu Dejín Umenia Slovenskej Akadémie Vied — 2.1968

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1 cm
facsimile
15. Johann Rombauer:
Bildnis des Grafen
Dimitrij ew Alexandro-
witsch Gurjew,
1818, Oel.


tischen Schloss Archangelsk© je Selo untergebracht
ist.44
In diesem bemerkenswerten autobiographischen
Dokument Rombauers, welches u. A. auch ein
Zeugnis der Selbstsicherheit und des nicht gerin-
gen Selbstbewusstseins des jungen Künstlers
darstellt, sehen wir — im Vergleich zu seinen
älteren Werken — einen ganz neuen Aspekt. Es ist
nicht nur die Komposition — mit einer scharfen
Wendung des Körpers, mit dem Rücken fast ganz
zur Lichtquelle — die so radikal die bei ihm ge-
wohnte ausgeglichene Statik des Bildaufbaus

verändert. Eine ungewöhnliche dramatisierende
Rolle fällt auch dem Licht zu, welches den Wert
des Helldunkels erreicht und in einem weiten
Winkel von hinten auf die Schultern, auf den
Nacken, auf den Kragen und auf einen Teil des
runden, jugendlichen, fast noch kindisch trotzigen
Gesichts fällt. Neue Elemente bilden auch die
Reflexe, die kühn auf dem blütenweissen Kragen,
auf den lockigen, mit lebendiger Kalligraphie
gemalten Haaren und auf dem halbbelichteten
Gesicht spiegeln. Natürlich ist es nicht von un-
gefähr, wenn wir beim Betrachten dieses Bildes

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