Ars: časopis Ústavu Dejín Umenia Slovenskej Akadémie Vied — 1983

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Beitrag zum Leben und Werk von Johann Weinhart

Zusammenfassung
Nach den letzten Forschungen wurde Johann Wein-
hart um das Jahr 1589 in München geboren und war
scheinbar Sohn des dortigen Bildhauers Andreas Wein-
hart. Er lernte in der Münchner Werkstatt seines
Stiefvaters Wilhelm König aus und besuchte wahr-
scheinlich während seiner Wanderzeit Italien. In der
Zips begann er vielleicht schon in dem ersten Jahr-
zehnt des 17. Jahrhunderts tätig zu sein, wie darauf
die Archiveintragungen hinweisen. Er liess sich in
Spišské Vlachy nieder, wo er zu den prominenten Bür-
gern gehörte und wo er auch am 16. Mai 1668 starb.
Es kann vorausgesetzt werden, dass Weinharts Werk-
statt seit der zweiten Hälfte der vierziger Jahre schon
von einem seiner Mitarbeiter geleitet wurde, scheinbar
von seinem Sohn Heinrich. Heinrich als ausgeschulter
Bildhauer vervollkommente sich seit dem Jahre 1657 in
Bratislava im Steinmetzhandwerk, er beendete hier im
Jahre 1659 seinen Unterricht und erhielt die Stein-
metzmarke. In den sechziger Jahren ging er jedoch
nach Sachsen fort.
Zu den Arbeiten von Weinhart wurden bisher die
Grabtafel von S. Thurzo in Levoča (1625—1626, Pfarr-
kirche) und drei Werke in Banská Bystrica eingereiht:
die Bildhauerverzierung der Fassade des sog. Ebner-

Hauses auf dem Hauptplatz, das Grabmal von E. Höf-
linger in der dortigen Pfarrkirche und das Taufbecken
in der Hl. Kreuz-Kirche. Hypothetisch kann man heute
seine Autorenschaft betriffs der Kämpferfiguren auf
dem Epitaph des A. Rhael (t 1612) und dem Grabstein
K. Thurzos (f 1614) in der Pfarrkirche von Levoča er-
wegen. Seine Werkstatt realisierte scheinbar eine Reihe
von bildhauermässig weniger attraktiven Arbeiten in
der Stadt und in der breiteren Umgebung (Gedenktafel
an der Hoffassade des Hauses in Spišské Vlachy, Hviez-
doslavova Strasse Nr. 1/88, das Thurzo-Wappen aus
dem ersten Drittel des 17. Jahrhunderts in der Tauf-
kapelle der Pfarrkirche in Levoča u. a.). In dem Zeit-
abschnitt seiner Tätigkeit in Banská Bystrica konnte
er auch die Büste des Bergarbeiters aus dem Museum
in Kremnica geschaffen haben. Sein Einfluss in Ban-
ská Bystrica spiegelt weiter eine Reihe von sepulkra-
len Arbeiten wider (Zum Beispiel die Grabtafeln von
J. Frisowitz an der Fassade der Hl. Kreuz-Kirche und
von H. Thielle an der Pfarrkirche). Für die letzte Kom-
position, die in Weinharts Werkstatt realisiert wurde,
als er selbst noch lebte, halten wir das Grabmal der
Kinder von Frau M. Gosnowitz aus dem Jahre 1665 in
Levoča.
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