Instytut Historii Sztuki <Posen> [Editor]
Artium Quaestiones — 30.2019

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Horst Bredekamp


12. Berliner Stadtschloss, Atrium mit Rekonstruktion des Eosanderportals, 2018

ssalbau und italienischem Rationalismus bestimmt. Von einer der Galerien
kann auf das Eosander-Tor und das Atrium geblickt werden. Der Blick geht
auf Origmalkapitelle, die ihrerseits den antiken Septimus-Severus-Bogen re-
konstruktiv von Rom nach Berlin verfrachten. Darüber und darunter dann
die heutigen Rekonstruktionen. Historisch wie aktuell reflektiert das Berli-
ner Schloss eine Italianità, die allen Vorstellungen eines hier inkorporierten
restaurativen oder gar militaristischen Inhalts fundamental widerspricht. Vor
allem ist es Stellas Vermögen, dem Gebäude eine urbanistische Qualität zu
geben, in dem Tag und Nacht geöffnete Straßen durch das riesige Areal ge-
führt werden sollen, welche die Kommission bestachen.
Das neunte Element der historischen Ereignisse betrifft die Wiederkehr
jener Italianità der Schlossarchitektur, die von Andreas Schlüter begründet
wurde. Nun ist es der italienische Rationalismus, der den Eindruck des Hum-
boldt Forums von Osten und in seinem Inneren bestimmt.

10. GESCHICHTE UND GEGENWART
Je deutlicher sich die Formen der Rekonstruktion abzeichneten, desto
stärker äußerte sich eine Kritik, die von Beginn an gegen die Rekonstruktion
gewesen war, weil sie den Geist der Hohenzollern und damit einen zutiefst
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