Verein für Badische Ortsbeschreibung [Editor]
Badenia oder das badische Land und Volk: eine Zeitschr. zur Verbreitung d. histor., topograph. u. statist. Kenntniß d. Großherzogthums ; eine Zeitschrift des Vereines für Badische Ortsbeschreibung — 1.1859

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Was namentlich die Verwaltung des Markgrafen in Luxen-
bnrg betrifft, fo gelang es ihm, das unsicher gewordene, viel-
fach gefährdete Land wieder völlig zu beruhigen. Wir lefen hier-
über in Münsters Weltbefchreibung folgende Stelle.
„So lange das Land Lux en bürg unter den Herzogen von
Burgund gewesen, haben selbige die Herren von Croye und von
Hochberg als Regenten oder Gubernatores darüber gesetzt; als cs
aber König Max durch die burgundische Erbtochter gewann, gab
er das Gubernement dem Markgrafen Chriftofel von Baden
um etlich tausend Gulden. Es hat auch dieser Fürst daselbst ganz
treulich Haus gehalten, Land und Leute Lcfchüzt vor
den Franzosen und anderen Feinden, auch etlich' Raubhäuser
bezwungen und abgeworfen, als die Burgen Rodemachern, Bouil-
lon, Esdain und Reichensberg."
Die Luxenburger Gouverneurs-Stelle hinderte den Mark-
grafen aber keinesweges, auch den Gang der Reichsgeschäfte
treulich zu verfolgen. Sein thätiger Antheil daran ist schon
daraus ersichtlich, daß er alle Reichstage und Convente seit den
Verhandlungen über die große Reformfrage entweder persön-
lich besuchte oder während feiner Abwesenheit in den Niederlan-
den durch tüchtige Stellvertreter beschickte
Zumal befand sich derselbe 1486 zu Frankfurt, wo Erz-
herzog Maximilian zum deutschen Könige erwählt und der
allgemeine Landfrieden mit dem Kammergerichte entworfen wurde,
wie 1495 zu Worms, wo diese wichtigen Entwürfe zur Aus-
führung kamen.

15) Seb. Münster starb 25 Jahre nach M. Christoph. Seinen kurzen
Beschrieb von Lurenburg lesen wir auch bei I. Bartels, in der bistoria
Nux6nt>ui-Asnsi8, 1856 neu herausgegeben von Brimmayr und Michel, wo
S. 122 des Markgrafen erwähnt wird. S. auch Ircnici exeges, 6erm. lib.
III, cap. 202.
16) Wahrscheinlich Markgraf Rudolph IV von Hachberg-Sausenberg zu
Röteln (1441 bis 1487) und sein Sohn Philipp, der 1503 als letzter Sproße
des Geschlechtes verschied.
17) .1. ?b. Dutt, <lc pacc imp. publica, S. 229, 915. Lünig'S
RcichSarch. II, 209, 252, 260, und Müller'S ReichstagStheat. IV, 2, 84.
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