Verein für Badische Ortsbeschreibung [Editor]
Badenia oder das badische Land und Volk: eine Zeitschr. zur Verbreitung d. histor., topograph. u. statist. Kenntniß d. Großherzogthums ; eine Zeitschrift des Vereines für Badische Ortsbeschreibung — 1.1859

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beinahe ganz vergessene Astronomie, Geographie und Gnomomik
wider aus dem Staube hervorgezogen, so muß man ihn bei seinem
damals erworbenen Ruhme billig belassen".
„Seine Cosmographie wimmelt zwar von unrichtigen
und fabelhaften Nachrichten; allein sie enthält auch sehr vil Gutes,
zumal da, wo er nach Berichten gelehrter Männer aus verschie-
denen Theilcn der Welt geschrieben, und ist als eine höchst fleis-
sige Arbeit, welche , in der neuern Erdbeschreibung so zu sagen
das Eis gebrochen, noch immerhinlobenswert. Das Meiste und
Beste darin sind die Nachrichten über Deutschland und die Schweiz
und seine freimütige Sprache, welche ihm zu Rom besonders
verübelt worden".
„Was aber unfern Münster eigentlich groß gemacht, waren
seine gründliche Kenntniß des Hebräischen und seine Verdienste
um die orientalische Literatur. Unter seinen philologischen Schrif-
ten stehet eine lateinische Nebersezung des alten Testaments
oben an, in "welcher er die Eigenschaften der hebräischen Sprache,
wie ihm dieselben aus der Bibel und den Rabbinen bekannt wurden,
mit vilem Glücke wider gab. Daher dife Uebersezung von den
Kritikern, selbst von denen der römischen Kirche, saft allen
andern vorgezogen worden. Unp da er auch verschiedene hebräi-
schen Sprachlehren und ein hebräisches Wörterbuch her-
ausgegeben und der erste gewesen, der eine ch aldäisch e Gram-
matik geschrieben, so dürfen wir ihm unter den Gelehrten, welche
die orientalische Literatur in Deutschland emporgebracht, eine
vorzügliche Stelle nicht versagen".

G r e n z a ch.
Von Basel auswärts, wo der Bahndamm sich immer unweit
des Rheinstromes hinzieht, gewinnt die Gegend einen andern
Charakter, indem die beiderseitigen Gebirge näher zusammen-
rücken und der vorherrschende Schmuck der Landschaft in Wäl-
dern aller Art besteht. Das wechselnde herrliche Grün derselben
ersetzt dem Auge den Mangel weiterer Aussichten; man erlabt sich
daran und fühlt sich heimisch in der traulichen Beschränkung.
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