Verein für Badische Ortsbeschreibung [Editor]
Badenia oder das badische Land und Volk: eine Zeitschr. zur Verbreitung d. histor., topograph. u. statist. Kenntniß d. Großherzogthums ; eine Zeitschrift des Vereines für Badische Ortsbeschreibung — 1.1859

Page: 196
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Herr Johann von Haucnstein besaß die Ritterwürde und
trug vom Stifte Säckingen das Amt des Speicherwartes da-
selbst zu Lehen, weßwegen man ihn gemeinweg nur den „Speich-
wärtel" hieß. Obwohl aber dieses Amt mit dem Besitze der
Gießmühle außerhalb der Stadt, eines Gartens im Graben und
anderer Stücke verbunden, also sehr einträglich war, so schlug
er es 1311 dennoch wieder heim und begnügte sich mit seinen
übrigen Lehen- und Pfandeinkünften
Von seinen Nachkommen lesen wir noch den jüngern Ritter
Johann und die Gebrüder Wilhelm und Erhärt, von
welchen sich ersterer 1356 eine Jahrzeitmesse im Münster zu
Säckingen stiftete, während Wilhelm noch 1379 wohl als der
letzte Sprößling seines Geschlechtes genannt wird

vnde Vlrich sin Brueder von Howenstein, daz wir die ansprache die wir hatten
wider das Gotzhus von sant Blesien, von der genanten Bürge wegen, dar
vmbe, daz wir sprachen, wan solte icrlich zwcin wcchtern vf die Bürg geben ze
sant Martis tage zwo Kursenne vnde vier Schue. Der vorderunge, die wil
wir der bürg gewaltig sin, verzichen wir vnS vnde erchennen vnde süriehen an
diesem briefe, daz wir dar zue enhcin recht hatten, wan es gedenket nieman, daz
cS ie güschchen dur minne oder dur recht. Vnde har vmbe so henke ich her
Johans min Jngesigel an diesen brief, zcimc vrkundc der vorgeschriben fache,
des ovch mich Vlrichen den vorgenanten har vmbe bügnuegct. Dir brief ist geben ze
Howcnstein, in deme jare, do man zalte von Gottes gebürt Drüzebcnhundert iar
vnde dar nach in deme fierden iare, an deme Dornstag nach sant Jacoben dult."
Das Sigel dieser Urkunde, das einzige, welches mir von der hauenstei-
nischen Ritterfamilie bisher zu Gesichte gekommen, zeigt einen quergetheilten
Spikschild, in dessen oberem Felde drei neben einander stehende Sterne
erscheinen, während das untere eine gewöhnliche, die Farbe vom Metalle unter-
scheidende Schraffirung hat. Von der Umschrift ist nichts mehr zu lesen.
10) Gerbert a. a. O. mit Bezug auf obigen Verzichtsbrief, dessen Außen-
seite die Ucberschrift hat: lUtcrs ctomini dollnunis militis circti 8piii-
vvärtil super custro bkacvenstnin. Zwei Urkunden des Stiftes Säckingen
von 1311 und 1347, worin das officium dictum 8 p i c Ir ve ü rte I näher
bezeichnet ist. Im österr. Urbar (S. 339 und 340) lesen wir: „Der Spich-
werter von Sekkingen hat Pfandes ze Togcrcn und Kicsenbach 15 mutte roggen
geltes unde 2 swin, ze Luttingen 15 stuk geltes."
11) Altes Necrolog des Stiftes Säckingen, worin'die Jahrzeiten „Lü-
tolds vnd Gr et en von Howenstain", wie des „Spichwerters" ohne Jahr, des
Ritters Johann aber bet 1356 verzeichnet stehen.
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