Verein für Badische Ortsbeschreibung [Editor]
Badenia oder das badische Land und Volk: eine Zeitschr. zur Verbreitung d. histor., topograph. u. statist. Kenntniß d. Großherzogthums ; eine Zeitschrift des Vereines für Badische Ortsbeschreibung — 1.1859

Page: 382
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welcher seine Aufnahme beantragt hat, muß Bürgschaft leisten,
daß sein Schützling jenen Schwur halten werde.
Soll aber ein „armer Edelmann, der nicht sehr achtbar ist",
oder ein armer Knecht ausgenommen werden, so muß dieser
überdies eidlich versprechen, nichts dem Schloß Nachtheiliges aus-
zuspioniren und zu verrathen.
Dann wird die Enthaltungstaxe festgesetzt: für einen
Fürsten und eine Stadt 40, für einen Freiherrn 25, für einen
Ritter oder Edeln 10, für einen Knecht 8 Gulden. So lang
der Krieg dauert, muß der Fürst vier, der Graf oder Freiherr
zwei gewappnete Knechte zur Verteidigung des Schlosses stellen.
Nur der Markgraf allein darf unentgeltlich enthalten
werden; welche Burggenoffen aber ihn aufnehmen, die stehen
dafür, daß er den Burgfrieden halte.
Der Ertrag des Enthaltgeldes fallt in die gemeine
Bank affe des Schlosses. In dieselbe hat jeder Theilgenoß aus
Staufenberg jährlich 1 Pfund Pfennige zu entrichten. Sie wird
verwaltet und ihre Verwendung zum Bau beaufsichtigt durch die
jährlich von den Genossen unter sich gewählten zwei Baumei-
ster. Diese Baumeister sind zugleich die gewöhnlichen Bevoll-
mächtigten der Staufenberger, die Handhaber des Gerichts und
der Wildbänne, die Einzieher der Gerichtsgefälle und die Pfleger
der St. Jörgenkapelle.
Jeder Burggenoß muß übrigens den Theil Ringmauer,
an welchen sein Haus sich lehnt, 20 Fuß hoch auf eigne Kosten
im Bau erhalten und auch auf diese Strecke im Belagerungsfall
für die Verteidigung derselben sorgen.
Zur Feindesabwehr sollen Alle helfen, „so weit man das
mit Büchsen und anderem Gezeug von der Ringmauer aus ver-
mag". Für gewöhnlich werden nur ein Thorhüter und son-
stige Wächter auf gemeinschaftliche Kosten unterhalten. Sobald
aber das Schloß belagert wird, muß jeder „zwei redliche wehr-
liche Knechte in seinem Theil halten oder selbst da fein."
An Vorräthen soll jeder Theil auf dem Schloß haben:
5 Viertel Mehl, ein halbes Fuder Wein, eine Scheibe Salz;
an Waffen eine gute starke Armbrust, 200 Pfeile und eine gute
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