Verein für Badische Ortsbeschreibung [Editor]
Badenia oder das badische Land und Volk: eine Zeitschr. zur Verbreitung d. histor., topograph. u. statist. Kenntniß d. Großherzogthums ; eine Zeitschrift des Vereines für Badische Ortsbeschreibung — 1.1859

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nigen (etwa 10 Kreuzern heutigen Geldes), sammt Futter für
seine Pferde. Acht Pfennige bekam auch jeder der 12 Wald-
richter zur Zehrung. Zehn Schillinge (2 Gulden und nicht
ganz 30 Kreuzer) betrug also der Aufwand für Verköstigung des
Waldgerichts. Die wurden aus den gefallenen Frevel strafen
bestritten und von dem, was an Geld über blieb, gehörte die
Hälfte dem Forstherrn.
Zeder Waldgenoß durfte ohne Beisein des Försters an Holz
zu kleinem Bau hauen, was er brauchte; bei einem Neubau
aber mußte er den Förster zuziehen und diesem für seine Mühe
vier Pfennige geben.
Unbeschränkt war für jeden Waldgenossen das Recht, Steine
im Mooswald zu holen. Alle Gemeiner des Schlosses Staufen-
berg durften Holz und Steine beziehen, „so viel ihnen zu ihren
Bauen vonnöthen war".
Forstherr und Waldgenossen bestellten jährlich zwei Förster;
die bekamen von Jedem, der einen ganzen Pflug führte und jedem
Müller einen ganzen, von dem, der nur einen halben Pflug
hatte, einen halben Sester Hafer, vom Pfluglosen einen Pfennig.
Hievon mußte aber jeder Förster denGemeinern aus Staufen-
berg 10 Schillinge abgeben. Dies Geld brachte er am zweiten
Weihnachtstag selber aufs Schloß, oder wie es auch heißt, „zu
Hofe", wo schon die Schüssel für ihn dampfte, denn der Forst-
herr hatte ihm dafür den Imbiß zu geben. Außerdem mußte er
jedem der Förster jährlich einen Baum verabfolgen, „damit sie
ihre Schuhe gebletzen mögen".
Sie lauten so gemüthlich, so freigebig, diese Waldord-
nungen. Es wird einem ordentlich wohl um's Herz, zu
denken, wie freundlich und warm all' die Häuschen der Thal-
bauern gewesen sein müssen. Wir haben aber schon gehört, welche
üble Gäste drin Einkehr nahmen, welche schwarze Drohwolken
Jahr aus Jahr ein über ihren Firsten schwebten.

nach Rohrbach, von da nach JUenthal und über die Stöcke an den Durbach.
Und den Durbach hinauf bis in den Hintern Lauienbach und über Bärenbach
wieder an die Rench.
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