Verein für Badische Ortsbeschreibung [Editor]
Badenia oder das badische Land und Volk: eine Zeitschr. zur Verbreitung d. histor., topograph. u. statist. Kenntniß d. Großherzogthums ; eine Zeitschrift des Vereines für Badische Ortsbeschreibung — 1.1859

Page: 427
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Diese schwärmerische Vorliebe Buzelins für die Haupt-
stadt am schwäbischen Meere; sodann der Umstand, daß ehedem
eine Familie seinesNamens daselbst gelebtund dazu noch
eine Stelle seiner Schriften, worin er zwischen sich und der kon-
stanzischen Bürgerschaft das Wort pgtr-in gebraucht, das zu-
sammen verleitete mich, ihn schon wiederholt einen gebornen
Konstanzer zu nennens, während er doch in einem benach-
barten Landstädtlein das Licht der Welt erblickte.
Eine sichere Nachricht aus Weingarten sagt über unsern
Pater: „Es war dieser merkwürdige Gelehrte am 28sten Dezem-
ber 4599 zu Dießenhofen am Rheine geboren und der ein-
zige Sohn des Johann Jakob Buzelin. Auf Bitten seiner Aeltern
und sein eignes Verlangen wurde er von dem Abte Georg zu
Weingarten in das dortige Kloster ausgenommen; denn es sah
derselbe wohl, was für einen Kopf er an ihm bekomme."
Im Jahre 1617 legte Buzelin sein klösterliches Gelübde
ab und 1624 wurde er, nach Vollendung seiner philosophischen
und theologischen Studien an der Hochschule zu Dilling en,
zum Priester geweiht. Der junge Benediktiner „war überzeugt,
daß er auch außerhalb der Theologie noch Rühmliches erlernen
könne", und warf sich mit allem Eifer auf die historischen
Wissenschaften, wovon ihn selbst die Stürme des 30jährigen
Krieges nicht abzuhalten vermochten.
Nachdem der Kriegslärm verstummt war, machte Buzelin
eine wissenschaftliche Reife, auf welcher er bei gelehrten und vor-
nehmen Männern überall bereitwillige Aufnahme fand, selbst
am kaiserlichen Hofe, wohin man ihn hernach noch öfters
zu berufen geruhte.
Buzelin wurde 1645, nachdem derselbe in seinem Kloster
das Amt des Novizenmeisters viele Jahre hindurch verwaltet,
1) Unter den nm 6ten August 1548 im Kampfe gegen Oberst de Bines
gefallenen Konstanzer Bürgern befand sich auch „Sigismund Buzelin, Wag-
ner an dem Schmidhausc". Vergl 'das Vcrzeichniß bei Etselein, Geschichte
und Beschreibung von Konstanz, S. 162.
2) Oben S. 235, und in den „Wanderungen und Fahrten" l, 244.
3) In Hofrath Zapfs gelehrten Reisen HErlangen, 1786) S. 36.
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