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Badische Fundberichte: amtl. Nachrichtenbl. für die ur- u. frühgeschichtl. Forschung Badens — 15.1939

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https://doi.org/10.11588/diglit.42536#0020

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16

Fundschau

8. ) Kiesgrube Wolff, nördlich des nördlichen Feldwegs: 1 bauchige älrne, Dm. oben
22,5 cm, am Bauch 28 cm, Höhe 17 cm, von dem kleinen Henkel zeugen nur noch die beiden
Löcher in der Schulterwandung für die Stiftenden: darin Knochenafche und die Reste einer
schlecht erhaltenen Deckelschale.
9. ) Atzelberg: 2. IV. 38. Große bauchige Arne mit Schrägrand und kleinem, dünnem
Steg um den Hals; die Scherben lagen auseinanöergestreut; dazu mehrere kleine Bei-
gefäße und der älnterteil eines Töpfchens mit spitzem Boden.
10. ) Kiesgrube Back, Westseite: 1. III. 38. Große schwarze Einfüllung mit großen
Holzkohlenstücken; in der Mitte eine Arne mit Knochenasche und einem kleinen Beigefäß
außerhalb.
11. ) 5. II. Bon einer dunkeln Stelle mit Scherben auch 1 Stück vom Horn eines „Mond-
bildes" aus schwarzgeschmauchtem poliertem Ton (Gropengießer).
Mengen (Freiburg)—Hospelsbuck. Bemalte Scherben (A II oder Ha I), anläßlich der
Bodenschätzung gefunden von G. Kraft.
Scharhof (Mannheim). 25. X. 38. Östlich des Orts wurde beim Rübenlochausheben eine
große Zhlinderhalsurne in Scherben geborgen, verziert mit Fingertupfenleisten; dazu
1 große flache Schale mit abgesetztem Rand; 1 konisches Töpfchen; 2 konische Tassen mit
Rand; 1 bauchiges Töpfchen mit Rand; 1 bauchiges Töpfchen mit Rand und eingestochener
Punktreihe in der Halskehle und Riefen auf der Schulter; 1 ganz kleines Täßchen (Vro-
pengießer).
Singen a.H. (Konstanz). Gewann „Zelgle", März 1938. Brandgrab mit schönen Ton-
gefäßen, Beigaben und ein Bronzemesser; ausführliche Veröffentlichung folgt später (Fünk-
Garscha).
Steißlingen (Stockach). 2m März 1938 wurde beim Ausheben eines Entwässerungs-
grabens im „Schaffenrieö" (Schoren) — etwa 1,2 üm ONO von Wiechs — in 1,50 in
Tiefe eine gut erhaltene Dronzesichel (m. Loch) gefunden und von A. Funk für das
Hegaumuseum der Stadt Singen erworben (Garscha).
Anadingen (Donaueschingen). 2m Gewann „Weißtannenschachen" (heute ohne Wald)
fand Franz Ketterer II beim Pflügen eine Pfeilspitze der späteren Bronzezeit mit
Tülle und Gußzapfen auf seinem Acker Lagerbuchnummer 924/25 (Revellio).
Wahlwies (Stockach). Zwei Arnengräber wurden im 2uni 1938 südöstlich vom „Mai-
senbühl" bei der Anlage eines Sportplatzes durch den RAD, Lager Wahlwies, gefunden.
Genaue Beschreibung folgt (Funk-Garscha).
Hallstattzeit.
Wie schon im vorhergehenden Bericht, im Heimatatlas (2. Auflage) und in den
Erläuterungen zur Lichtbildreihe gehandhabt und in den Dissertationen Kimmig
und Rest im einzelnen begründet, wird hier unter „Hallstattzeit" verstanden, was
bei Reinecke „mittlere" und „späte" Hallstattzeit ist; es entspricht also Ha L -- I,
Ha v -- II.
Bon Einzelheiten sei auf den Pfostenbau im Grabhügel Huttenheim (Nr. 1)
und auf das Flachgrab neben Grabhügel 2 hingewiesen, auf Keramik und Ringe
des Grabes von Jestetten, die 8 Skelette (davon mindestens 5 Kinder) von Ilves-
heim. Siedlungsgeschichtlich sind Herbolzheim und Iffezheim auf der Niederterrasse,
die Hügel von Huttenheim in der Talaue zu bemerken. In Breisach ließ sich nach-
weisen, daß die Hallstattleute sich nicht wie ihre Borgänger der Arnenfelderzeit dem
Gelände anpahten, sondern größere Planierungen vornahmen, vielleicht im Zu-
sammenhang mit Befestigungsarbeiten.
Ein älterer Fund liegt nunmehr beschrieben und ausgewertet vor, die Sied-
lungsstelle am Mägdeberg (III, 1936, 363; F. Garscha und W. Rest, Eine Hall-
statt- und Latene-Siedlung am Mägdeberg/Hegau. Marburger Studien 1938,
S. 54—69). An unerwarteter Stelle - Nordhang! — wurde in der Hallstattzeit (I)
ein fast rechteckiges Pfostenhaus von rd. 5:7 m errichtet und trotz mehrfacher kata-
 
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