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Badische Fundberichte: amtl. Nachrichtenbl. für die ur- u. frühgeschichtl. Forschung Badens — 20.1956

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https://doi.org/10.11588/diglit.43787#0060

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54

Eg. Gersbach

wäre des Straubinger Kreises hat W. Dehn Übereinstimmendes mit guten Gründen
ebenfalls wahrscheinlich gemacht50). Die daraus zwangsläufig sich erhebende Frage nach
einer Kontinuität der bodenständigen Frühbronzezeitbevölkerung in die Vollbronze-
zeit scheint daher für den in Frage stehenden Raum eher in positivem Sinne beant-
wortet werden zu können51).
Im Hortfund von Cascina Ranza bei Mailand findet sich die Möhliner Gattung in-
mitten eines Inventars, das nach G. v. Merhart die volle süddeutsche Hügelgräberzeit
verkörpert52). Den gleichen Horizont gibt das Depot von Habsheim bei Mülhausen l.E.
wieder53); außer einem Beil unserer Art sind hier des weiteren zwei Absatzäxte etwas
spezieller, in Nordwesteuropa54) jedoch verbreiteter Form und, ebenso wie in Cascina
Ranza, mehrere Beile mit dreiviertelkreisförmiger Schneide verschiedener Ausprägung
vertreten. Und schließlich begegnet im Versteckfund von Homberg, Akenbach-Höfe,
Ldkrs. Überlingen, das Schneidenbruchstück einer Axt55 56 *), die man gerne mit dem Typus
Langquaid in Verbindung bringen möchte. Wohl läßt sich der markante, stark aus-
gewölbte Schneidenbogen nicht unmittelbar an diese Ausprägung oder ihren schlankeren
westalpinen Vetter anschließen; er ist aber doch mit einer Spielart derselben zu ver-
knüpfen, die deutlich abwärts gestreckte Randleisten aufweist. Dieser Typus ist im west-
alpinen Raum in einigen Exemplaren belegt58) und besitzt in der in der gleichen Zone

50) Bayer. Vorgeschichtsbl. 18/19, 1951, 204 f. -— Dazu die Besprechung von E. Vonbank, Jahrb.
Schweiz. Ges. f. Urgesch. 43, 1953, 54 ff. — Zu analogen Erscheinungen in Österreich:
K. Willvonseder a. a. O. 226; bes. 242.
51) Übereinstimmend für Österreich, K. Willvonseder a. a. O. 281 bes. 301. — Zu diesen Fra-
gen wird das Gräberfeld von Singen (Hegau) Bedeutsames auszusagen haben. Vorberichte in:
Bad. Fundberichte 18, 1948—50, 220 f.; Germania 29, 1951, 130 f.; Congr. Intern, d. Sciences
prehist. et protohist. 3 me Sess. Zürich 1950 (1953) 251 ff. (W. Kimmig). — Vgl. auch Immen-
dingen, Bad. Fundber. III, 1933—36, 357 f. Abb. 161—162; 13, 1937, 11 Abb. 5; 68 ff. — Im
Hochrheintal überlappen sich frühbronzezeitl. und hügelgräberzeitl. Niederschlag sowohl aus
Siedlungen wie auch Gräbern. Eg. Gersbach, Die Urgeschichte des Hochrheins. Ungedr. Diss.
Freiburg (1950). — Ablehnend dagegen F. Holste, Die Bronzezeit im nordmainischen Hessen.
Vorgesch. Forsch. 12 (1939) 88 f.; Germania 24, 1940, 9. —■ Siehe dazu auch W. Dehn, Bayer.
Vorgeschichtsbl. 18/19, 1951, 23.
52) Germania 25, 1941, 204 f. — 31. Ber. RGK. 1941 (1942) Teil 2, 70 f. Taf. 37—37a.
53) Korrespondenzbl. d. Deutschen Ges. f. Anthr., Ethn. u. Urgesch. 37, 1906, 45 f. Abb. 1-—5. —
G. Behrens, Bronzezeit (1916) 17 Abb. 5. — Bull, de la Soc. industr. de Mulhouse 1930 Taf. 1,
5 (A. Ruhlmann). — 31. Ber. RGK. 1941 (1942) Teil 2, 48; 70 Abb. 42.
M) 31. Ber. RGK. 1941 (1942) Teil 2, 245 f. Abb. 38—40. — J. Dechelette, Manuel2 2 (1928)
Abb. 85, 1—2.
55) K. Bissinger, Programm des Progymnasiums Donaueschingen (1893) Beilage 2; Neuveröffent-
lichung des Fundes durch W. Kimmig in der Sprockhoff-Festschrift in Vorbereitung. — Bezüg-
lich der Datierung und Geschlossenheit des Hortes, W. Dehn, Germania 30, 1952, 174 ff, bes.
Anm. 2.
56) O. Tschumi, Die Ur- und Frühgesch. d. Simmentals. Simmentaler Heimatbuch (1938) 23 Taf. 3
unten (Lenk). — Bad. Fundber. 17, 1941—1947, 268 f. Taf. 67 B, 2. -— E. Wagner, Fund¬
stätten und Funde 1 (1908) Abb. 79 (Rheinfelden). -— K. Staehle, Urgeschichte des Enzge-
bietes (1923) Abb. 7 oben (Vaihingen). — Pfahlbauber. 9, 1888 Taf. 21, 13 (Brügg). — Anz.
f. Schweiz. Altkde. 3, 1870 Taf. 15, 1; Jahrb. Schweiz. Ges. f. Urgesch. 36, 1945, 23 Abb. 2,
1866 (Arbon).
 
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