Universitätsbibliothek HeidelbergUniversitätsbibliothek Heidelberg
Metadaten

Badische Fundberichte: amtl. Nachrichtenbl. für die ur- u. frühgeschichtl. Forschung Badens — 20.1956

DOI issue: DOI article: DOI article: DOI article: DOI Page / Citation link: 
https://doi.org/10.11588/diglit.43787#0296

DWork-Logo
Overview
loading ...
Facsimile
0.5
1 cm
facsimile
Scroll
OCR fulltext
290

Buchbesprechungen

Besondere jedes Fundes und seine Bedeutung für das Werden des Menschen zeigt v. Koenigswald
klar und temperamentvoll. An den Funden der fossilen Chinamenschen, Javamenschen, Halb-
menschen von Afrika und von Affen wird die Möglichkeit eines „Stammbaums“ deutlich.
Mit einer kurzen Besprechung der Neandertalerfunde und des späteiszeitlichen Jägers und seiner
Kunst erfolgt auch die Überleitung und der Anschluß an die spätere Urgeschichte.
So bietet das Buch in spannender Schilderung einen „Stand der Forschung“ und die Kenntnis von
all den seltsamen Menschenformen, die in der ersten Hälfte des Pleistozäns gelebt haben. Viele
Bilder von den Fundstellen, den .Funden und den Rekonstruktionen geben dem Buch auch hierin
dokumentarischen Wert.
Freiburg Elisabeth Schmid
Altheim, Franz: Gesicht vom Abend und Morgen. Fischer-Bücherei Nr. 79 „Bücher des
Wissens“, Frankfurt/M., Hamburg 1954. 1,90 DM.
Der Verfasser läßt vor uns die geschichtliche Entfaltung der drei großen Reiche alter Hochkultur
erstehen: des römischen Imperiums, des Reiches der Sasaniden und Chinas. Die Darstellungen
umfassen alle Geschehnisse und Kulturformen von den Anfängen bis in das 3. nachchristliche
Jahrhundert. Mit der gleichen fesselnden Lebendigkeit zeichnet er auch das Auftreten der neuen,
geschichtlich noch ungeprägten Völker, die, von den Reiternomaden des eurasiatischen Steppen-
gebiets angestoßen, wie in brodelnder Bewegung von allen Seiten das römische Reich in seinem
kriegerischen und kulturellen Bestand erschütterten. Das Weitausgreifen der germanischen und
der arabischen Wanderung, die Westbewegung der Türken und der Strom der Slawen zeichnet
der Verfasser in überlegener, das Wesentliche bildhaft formender Sprache.
So wird dem Leser aus der in der Geschichte gegebenen, vom Verfasser aber gefaßten Dramatik
die gewaltige Spannung bewußt, die zwischen der sinkenden Antike und dem sich ankündigenden
Mittelalter das dritte Jahrhundert n. Chr. erfüllt.
Das aus der Fülle eigener Forschungsarbeit erwachsene Buch basiert auf Spezialwerken des Ver-
fassers, die im Nachwort zusammengestellt sind. Die Zeittafel gibt die Daten der für das Römer-
reich wichtigsten Ereignisse von 180—284 n. Chr. an, und das Register ermöglicht ein leichtes
Nachschlagen der Darstellung bestimmter Ereignisse, Orte oder Menschen.
Freiburg i. Br. Elisabeth Schmid

Kühn, Herbert: Der Aufstieg der Menschheit. Fischer-Bücherei Nr. 82 „Bücher des
Wissens“, Frankfurt/M., Hamburg 1955. 1,90 DM.
In diesem 2. Band berichtet der Verfasser von den Kulturwandlungen, die sich nach dem Ab-
klingen der Eiszeit auf der Erde vollzogen haben. Die sich ändernden Klima- und Landschafts-
verhältnisse in den Jahrtausenden nach dem Rückzug des Eises boten dem Menschen der Mittleren
Steinzeit neue Möglichkeiten. In Asien, Europa und Afrika änderte der Mensch seine Lebensform.
Am deutlichsten wird dies im Wandel seiner Wirtschaftsweise erkennbar. Zunächst gewann das
Sammeln gegenüber der Jagd eine hervorragende Bedeutung, bis Ackerbau, Viehzucht und daraus
kombinierte Wirtschaftsformen grundlegende Änderungen seines gesamten Lebens auslösten. Die
Großartigkeit dieser Epoche der Entdeckungen, Erfindungen und der zunehmenden Naturbeherr-
schung übermittelt der Verfasser mit reichem Material von vielen Fundorten. In gedrängter
Übersicht schildert der Verfasser die wichtigsten Erkenntnisse über die Jungsteinzeit von Meso-
potamien, Ägypten, Indien, China und Japan. Anschließend wird die Jungsteinzeit Europas in all
ihrer Vielfalt umrissen.
Die Tabellen zur Chronologie der Fundgeschichte machen den Leser mit der Entwicklung der
Forschung in den verschiedenen Ländern und mit den wichtigsten Persönlichkeiten vertraut, und
eine ausführliche Bibliographie, erweitert durch die zahlreichen Anmerkungen, weist auf die neue
Literatur zur eigenen Orientierung hin. Die Namens-, Orts- und Sachverzeichnisse erlauben ein
gutes Handhaben des Taschenbuchs. Sechzehn Tafeln mit vielen Abbildungen und sieben Karten
ergänzen den Text.
Die persönliche Ansicht des Verfassers zu vielen geistigen Fragen erscheint allzu selbstverständlich
als allgemein gültig. Davon abgesehen stellt das Buch vor allem durch das reiche, gut gegliederte
 
Annotationen