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Badische Fundberichte: amtl. Nachrichtenbl. für die ur- u. frühgeschichtl. Forschung Badens — 20.1956

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https://doi.org/10.11588/diglit.43787#0200

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194

Fundschau 1952—1953: Jüngere Steinzeit

Im Juli 1952 wurde bei Anlage der Kanalisation (Lgb. Nr. 8942) in 2 m Tiefe ein
Hockergrab der Schnurkeramik gefunden, das jedoch nur z. T. in den Kanalisations-
graben zu liegen kam und deshalb nicht vollständig freigelegt werden konnte. Doppel-
bestattung (Mann und Frau) in Hockerstellung dicht beieinander.
Funde: 1. In Hüftgegend des einen Skelettes Rechteckbeil aus blaugrauem, sehr
dichtem, feinkristallinem Gestein mit nicht ganz ausgeschliffenen Bruchstellen auf den
Flächen. L. 7 cm, Schneidenbr. 4,9 cm, Nackenbr. 3,9 cm (Taf. 34, B 1). — 2. Unterteil
eines kleinen Schnurbechers mit noch sechs umlaufenden Rillen in Schnurstich, darunter
eine Reihe kurzer dreieckiger Einstiche (Taf. 37, 4) (5244).
Mtbl. 10/6324 Grünsfeld. — Verbleib: Heimatmuseum Tauberbischofsheim.
2. „Gänsflürle“, 0,6 km SW.
1953 wurden bei Kanalisationsarbeiten im Baugelände der gemeinnützigen Baugenos-
senschaft auf Lgb. Nr. 5369 in 0,9 m Tiefe Skelettreste und zwei Steinbeile gefunden.
Der Gesteinsart nach handelt es sich um ein zerstörtes Grab der Schnurkeramik.
Funde: 1. Langes, unregelmäßig geformtes Steinbeil aus blaugrauem, etwas schief-
rigem Kristallingestein, Bruchflächen des Stückes nicht überall ausgeschliffen. L. 15,1 cm
(Taf. 34, B 4). — 2. Kleines Steinbeil unregelmäßiger Form aus grauem, dunkelgeflamm-
tem, schiefrigem Kristallingestein. L. 6,6 cm (Taf. 34, B 3) (5394).
3. Hochhäuserstraße.
Im Hof der Vereinigten Schulmöbelfabriken am Nordwestrand der Stadt wurde 1952
bei Bauarbeiten ein vermutlich schnurkeramisches Grab, das in etwa 1 m Tiefe lag,
zerstört. Scherben eines Gefäßes gingen verloren, die Nachsuche konnte noch zwei
Steinbeile beibringen.
Funde : 1. Rechteckbeil aus dichtem, feinkristallinem, blaugrauem Gestein mit Ab-
sprengungen der Oberfläche. L. 7,9 cm, Schneide 3,7 cm, Di. 2 cm (Taf. 34, B 5). —
2. Unregelmäßiges Rechteckbeil aus demselben Gestein, in mehreren Ebenen angeschlif-
fen, um Bruchflächen des Rohstückes auszuschleifen. L. 7,3 cm, Br. der stark ausgerun-
deten Schneide 4,7 cm (Taf. 34, B 2) (5203).
Mtbl. 9/6323 Tauberbischofsheim. — Verbleib: Fleimatmuseum Tauberbischofsheim.
(Stang-Dauber)
Wiesloch (Heidelberg) „Frauweilerswiesen“, 2,5 km SW.
Gelegentlich einer Notgrabung im Bereich der von den Ziegelwerken Gebr. Bott -
Rauenberg betriebenen Tongrube wurde dem Grabungsleiter Dr. P. H. Stemmermann
im März 1952 eine jungsteinzeitliche Feuersteinklinge übergeben, die einige Jahre zuvor
beim Setzen eines Leitungsmastes auf Lgb. Nr. 5227b/5228 in geringer Tiefe gefunden
worden war. Leichtgebogene Klinge aus hellem, grau und gelblich geflammtem Jaspis.
Am Unterende Schlagbuckel abretuschiert, am Oberende Reste der Rinde. Gebrauchs-
retuschen. L. 15,9 cm, größte Br. 2,9 cm, Di. 0,9 cm (Abb. 10) (5205).
Mtbl. 41/6718 Wiesloch. — Verbleib: Archiv Karlsruhe. (Dauber)
 
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