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Badische Fundberichte: amtl. Nachrichtenbl. für die ur- u. frühgeschichtl. Forschung Badens — 20.1956

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https://doi.org/10.11588/diglit.43787#0204

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198

Fundschau 1952—1953: Steinbeile

große Variationsbreite. Von den 13 vollständig erhaltenen Beilen liegen folgende Grö-
ßenangaben oder selbstgenommene Maße vor:
16.5 — 16,5 — 16,7 — 16,7 — 17,5 — 18,0 — 18,3 — 19,5 — 21,0 — 23,5 — 23,5 —
27.5 — 28,0 cm. Die beiden sehr kleinen Bede von Konstanz-Rauenegg (9,5 cm) und
von Wattweiler (8,0 cm) dürfen m. E. nicht mit aufgezählt werden, da ihre Kleinheit
und plumpe Form sie von diesem Typus ausschließen.
Unter den vorliegenden Maßen zeichnen sich zwei Größengruppen ab, eine kleinere
von 16,5 — 18,3 cm und eine größere von 23,5 — 28,0 cm. Ez zeigt sich nun, daß an
allen kleinen Beilen der Nackenteil breiter ist als an den größeren und die Seitenkanten
meist leicht konvex ausgebogen sind. Die großen Beile hingegen haben einen langen und
schmalen Nackenteil, so daß die sehr spitz zulaufenden Kanten gerade oder sogar
schwach konkav zur Spitze hinführen. Die beiden Beile, deren Größe zwischen den
beiden Gruppen liegen, gehören ihrer Form nach der benachbarten Gruppe an; d. h.
also das von Basel (Hörnli-Gottsacker) hat mit seinen 19,5 cm L. einen ziemlich breiten
Nackenteil (Beobachtung im Museum Basel), während das Beil von Buchs (Hungerberg
bei Aarau) mit seinen 21,0 cm L. als spitzes, elegantes Stück veröffentlicht ist (Gessner,
Kat. Aarau, Taf. II, 20).
Mit der Feststellung einer Gruppe kleinerer und breiterer Beile neben einer von größe-
ren und schmäleren Stücken erhalten wir die Möglichkeit, mit größerer Sicherheit als
bisher die abgebrochenen Nackenteile solcher Beile zur richtigen Länge zu ergänzen.
Wir führen dies im Folgenden mit den beiden uns unmittelbar angehenden Beilen von
Freiamt, Ortsteil Mußbach, Ldkrs. Emmendingen (vgl. Bad. Fundber. 17, 1941—1947,
262; Taf. 66 B 1), und von Efringen-Kirchen, Ldkrs. Lörrach (vgl. Bad. Fundber. 18,
1948 — 1950, 218; Taf. 33, 8), aus.
Das Nackenbruchstück von Freiamt, Ortsteil Mußbach, besteht aus einem sehr fossil-
reichen, dichten Süßwasserquarzit von unbekannter Herkunft. Auch zu diesem Material,
das sich stark von dem des Lörracher Beiles unterscheidet, befinden sich keine entspre-
chenden Stücke unter dem vorliegenden Tüllinger Quarzit. Die oft etwas rauhen Aus-
brüche bei der Übermuschelung beruhen in der ungleichmäßigen Qualität des Steines.
Seine schmale, lange Form gleicht ganz der Nackenpartie des Beiles von Glis (Sauter in
Festschrift O. Tschumi [1948] 46 Abb. 3, 5) und kann deshalb unbedenklich über die
vorsichtige Schätzung von 21 cm (vgl. Bad. Fundber. 17, 1941—1947, 262) hinaus bis
zu 23,5 cm L. ergänzt werden. Sicher gehört es in die Reihe der größeren Beile.
Das Efringer Beil aus Rauracien-Jaspis hat eine hellgraue Grundfarbe; die gelblichen
und gelbroten Flecken sind durch oberflächliche Eiseninfiltration entstanden (Patinie-
rung). Die geraden, scharfen Kanten divergieren viel stärker als an dem aus gleichem
Material hergestellten Beil von Wallbach, Ldkrs. Säckingen (vgl. Bad. Fundber. I, 1925 —
1928, 132), und den anderen großen Beilen. Die Nackenspitze ist zwar schmaler als am
Lörracher Beil, aber an der Bruchstelle übertrifft es dessen Breite an der gleichen Stelle.
Dieses rasche Zunehmen an der gleichen Stelle läßt daher dieses Beil mit weit größerer
Sicherheit der kleinen Gruppe zuordnen, als daß eine Größe von 25 cm angenommen
wird, wie dies auf Taf. 33, 8, in Bad. Fundber. 18, 1948—1950 geschehen ist. Das
Efringer Beil wird eine Länge von etwa 17 cm gehabt haben (Lö 53/1).
Mtbl. 152/8311 Lörrach. — Verbleib: Heimatmuseum Lörrach. (Schmid)
 
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