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Badische Fundberichte: amtl. Nachrichtenbl. für die ur- u. frühgeschichtl. Forschung Badens — 20.1956

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https://doi.org/10.11588/diglit.43787#0242

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236

Fundschau 1952—1953: Römische Zeit

Rastatt „Lochfeld“.
Aus Baugruben an der Straße Rastatt—Rauental wurden 1952 aus dem Grundstück
Lgb. Nr. 1045/35 mehrere Gefäße geborgen. Die Fundumstände sind nach den Angaben
der Arbeiter nicht eindeutig zu klären; offenbar handelt es sich um Grabfunde. Alle
Gefäße sind stark durch Bodensäure korrodiert (vgl. Taf. 52, A).
Krüge: 1. Bauchiger Einhenkelkrug mit Standring aus weißem Ton. Hals alt abgeschla-
gen. Gefäß diente als Aschenurne. H. noch 19 cm; gr. Dm. knapp 21 cm (Taf. 52,
A 5). — 2. Dasselbe, doch kleiner, ganz erhalten. Glatter, breiter Wulstrand; Henkel
ziemlich rechtwinklig gebogen. Kein Absatz zwischen Hals und Schulter; Standring.
H. 16,2 cm; gr. Dm. 13,2 cm (Taf. 52, A 3). — 3. Dasselbe, doch Bauch gestreckter.
H. 24,2 cm; gr. Dm. 14,5 cm. Die Formen dieser beiden Krüge gehen eng zusammen
mit dem Typus Niederbieber 62a, doch sind die Wulstränder bei unseren Stücken etwas
knapper gebildet, und der trichterförmige Ausguß verläuft gerade, ohne Eindellung
(Taf. 52, A 4).
Teller: 1. Mit eingebogenem Rand; infolge der Korrosion ist nicht mehr zu entscheiden,
ob Sigillata oder rotbemalt. Der Form nach (nicht der Technik nach) wie Niederbieber
111. Gr. Dm. 20,4 cm (Taf. 52, A 1). — 2. Mit geknickter Wand und flach abgestriche-
nem Rand, infolge der Korrosion nicht feststellbar, ob Sigillata oder rotbemalt. Unles-
barer Stempel innen auf dem Boden. Typus etwa wie Niederbieber 3; Curie, Newstead
Taf. 40, 23; Text S. 199 f. Gr. Dm. 18,8 cm (Taf. 52, A 2).
Faltenbecher mit breitem, horizontal geripptem Rand, stark ergänzt, doch Profil ge-
sichert. Der gerippte Rand scheint bei Faltenbechern selten zu sein; vgl. etwa Heddernh.
Mitt. 4, 1907, S. 127 f. mit Abb. 13, 2 und Taf. 21, 23. Ähnliche Randformen bei ge-
wöhnlichen Bechern bei Holwerda, Nijmegen Taf. 12, 606. 608 usw. Danach ergänzte
ich die Ränder von Baden-Baden „Rettig“ (Bad. Fundber. 19, 1951, Taf. 38, 3. 4. 6;
Text S. 184, b 5). Doch sind diese Ränder vielleicht gleichfalls zu Faltenbechern nach Art
des vorliegenden zu ergänzen (Taf. 52, A 6). — Ferner eine terra sigillata-Tasse mit
flach abgestrichenem Rand und Standring. Zeitstellung: Die schlanken Krüge gehören
der zweiten Hälfte des 2. Jhdts. oder dem frühen 3. Jhdt. an, der Teller Taf. 52, A 2 der
Mitte des 2. Jhdts., ähnlich wohl auch der Faltenbecher. Demgemäß wird das Grab etwa
ins letzte Drittel des 2. Jhdts. anzusetzen sein. Zusammengehörigkeit der Gefäße zu
einem Grab ist sehr wahrscheinlich (Ra 52/6—52/12).
Mtbl. 61/7115 Rastatt. — Verbleib: Heimatmuseum Rastatt. (Unser, Nierhaus)

Rheinsheim. (Bruchsal) „Lange Acker“, 1 km SO.
In der „neuen“ Kiesgrube der Kiesverwertungsgesellschaft entnahm ich der Deckschicht
eine Sigillatascherbe Drag. 18/31, womit der lockere römische Siedlungshorizont der
Umgebung eine weitere Bestätigung fand.
Mtbl. 39/6716 Germersheim. (Hormuth)

Riegel (Emmendingen) „Viehmarkt“.
Beim Bau einer Senkgrube im Anwesen Fritz Fröhlich wurden 1952 einige Scherben
entnommen, 1. Randstück eines Nigra-Tellers mit leicht nach innen gebogenem Rand.
 
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