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Badische Fundberichte: amtl. Nachrichtenbl. für die ur- u. frühgeschichtl. Forschung Badens — 20.1956

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https://doi.org/10.11588/diglit.43787#0255

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Fundschau 1952—1953: Alamannisch-fränkische Zeit

249

Von älteren Funden an dieser Stelle wurde gelegentlich der Grabung bekannt: 1. Beim
Bau des Hauses Pfalzer unmittelbar östlich von Grab 1 und 2 sollen 1951 „drei Köpfe
und ganze Posturen“ gefunden worden sein. Beigaben sind dabei nicht aufgefallen. —
2. Vor etwa 40 Jahren soll auf Lgb. Nr. \ einem ehemals Gräflich Douglasschen
Grundstück, auf dem der Hauptteil der Steinbrunnensiedlung liegt, ein Grab mit
Schwert gefunden worden sein; noch früher auf demselben Grundstück ein „silberner
Sporn“.
Die Gemeinde Flehingen umfaßt seit 1936 die beiden nahe beieinander liegenden, vor-
dem selbständigen Gemeinden Flehingen und Sickingen, die heute räumlich zusammen-
gewachsen sind. Die alten Ortskerne, je mit Kirche, liegen rechts und links des Kohl-
bachs, unmittelbar vor dessen Mündung in die Kraich. Beide sind früh erwähnte -heim-
Orte, beide haben bedeutenden Ortsadel hervorgebracht.
Flehingen, 797 Flancheim, Kirche St. Martin;
Sickingen, 784 Sicchenheim, Kirche St. Magdalena.
Zusammen mit Bauerbach (778 Bürbach), das nach einer Nennung von 831 (Bürbach in
Flaningheimer marca) zur Mark Flehingen gehörte, was auch das Gemarkungsbild er-
kennen läßt, und vielleicht mit Ober- und Unterderdingen bilden sie eine Urmark, die
östlich an die Urmark Bretten anschließt (vgl. Bad. Fundber. 18, 1948—1950, 281 f.).
Die Frage, zu welchem der beiden Orte der jetzt angeschnittene Reihengräberfriedhof
gehört, ist nicht ganz leicht zu entscheiden. Die Wasserleitung, die offenbar eine junge
Randpartie des Friedhofs mit beigabenlosen Gräbern geschnitten hat, verlief genau auf
der Grenze der Gewanne „Hinter der Kirche“ und „Steinbrunnen“, die vor der jungen
Vereinigung der Orte (1936) zugleich Gemarkungsgrenze zwischen den Orten Flehingen
und Sickingen war. Die Gräber lagen beiderseits dieser Grenze, ein Umstand, der darauf
hindeutet, daß die Grenzziehung an dieser Stelle nicht die ursprüngliche ist. Wenn die
Angaben über ältere Funde stimmen, wäre das Zentrum des Gräberfeldes weiter östlich,
also auf der Gemarkung Sickingen zu suchen. Das Gräberfeld wäre dann von dem alten
Sickinger Ortskern durch den Kohlbach getrennt. Das widerspricht jedoch einem durch
zahllose Beispiele zu belegenden Prinzip der Grenzziehung im frühdeutschen Gemar-
kungsbild, das dem Gewässernetz eine überragende Bedeutung bei der Grenzziehung
zuweist. Der Reihengräberfriedhof von Sickingen dürfte südlich des Kohlbachs zu
suchen sein. Der jetzt nördlich des Bachs angeschnittene Friedhof muß derjenige von
Flehingen sein, die ihn durchschneidende Gemarkungsgrenze Flehingen—Sickingen kann
an dieser Stelle nicht den ursprünglichen Zustand wiedergeben.
Mtbl. 53/6918 Bretten. — Verbleib: Archiv Karlsruhe. (Dauber)

Freiburg, Stadtteil St. Georgen, Ortsetter.
Die von H. Stoll f in Bad. Fundber. 18, 1948—1950, 107 ff. zusammengestellten Gräber-
gruppen müssen jetzt ergänzt werden.
An Neufunden aus dem Jahr 1953 sind nun anzufügen:
1. Mettweg/Hartkirchweg (Gräberfeld II).
Westlich der bei H. Stoll genannten Gräber 10 und 11 konnte Grab 31 geborgen wer-
den. Bei Ausschachtungsarbeiten war ein erheblicher Teil des Grabes zerstört worden.
 
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