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Badische Fundberichte: amtl. Nachrichtenbl. für die ur- u. frühgeschichtl. Forschung Badens — 20.1956

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https://doi.org/10.11588/diglit.43787#0261

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Fundschau 1952—1953: Alamannisch-fränkische Zeit

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Grab 4 : Durch Bauarbeiten zerstörtes Frauengrab. Alter über 50 Jahre. Funde:
1. Bruchstück eines zweireihigen Beinkammes. — 2. Scherben eines großen doppelkoni-
schen Gefäßes (H. 19,2 cm; Mü.-Dm. 14 cm; Bodendm. 8 cm) mit gewölbter Schulter,
darauf drei Rippen, zwischen diesen drei Bänder in Rädchenverzierung; Viereck drei-
zeilig (Taf. 60, C 4).
Grab 5 : Nur am Fußende angeschnitten. Bergung unmöglich.
Grab 6 : Oberteil eines wohl schon vor der Auffindung gestörten Grabes. Wohl
Männergrab. Alter 40—50 Jahre. Funde: 1. Zwei eiserne Riemenzungen.
— 2. Kleines Eisenstückchen (von Pinzette?). — 3. Teile eines mürben, zer-
brochenen zweireihigen Beinkammes.
Grab 7 : Nur am Fußende angeschnitten, Untersuchung nicht möglich.
Grab 8 : In Anschlußgraben nördl. des Hauptkanals. Nur am Oberende angeschnit-
ten, wohl weiblich. Skelett. Alter 40—50 Jahre. Keine Beigaben beobachtet, Unter-
suchung nicht möglich.
Der kleine und nur zufällige Ausschnitt aus einem bisher unbekannten Gräberfeld
bietet, zumal eine geordnete Untersuchung nicht möglich war, vorerst keine großen
Deutungsmöglichkeiten. Über seine Ausdehnung ist nichts bekannt. Beim Bau der
Häuser Spinnereistr. 18—22 an der Südseite der Straße sollen keine Gräber gefunden
worden sein. Kontrolle des noch liegenden Aushubs ergab auch keine Anhaltspunkte
dafür. Demnach würden die in der Straßenmitte gefundenen Gräber den Südrand des
Gräberfeldes bezeichnen. Der Friedhof scheint sich also nach Norden auf den neuen
Marktplatz zu auszudehnen. Daß beim Bau eines dort liegenden Luftschutzbunkers
keine Funde bekanntgeworden sind, braucht nicht als zuverlässige Fehlanzeige gewertet
zu werden (5368).
Mtbl. 14/6418 Mannheim-Nord. — Verbleib: Schloßmuseum Mannheim. (Gember)

Michelbach (Mosbach), Ortsetter.
1927 fand der Arbeiter L. Schilling bei Aushebung des Fundaments für das Krieger-
denkmal in geringer Tiefe eine fränkische Lanzenspitze des 7. Jahrhunderts. Der Fund
wurde 1952 von Hptl. Halbig vorgelegt.
Eiserne Lanze mit weidenblattförmigem Blatt und runder Mittelrippe (L. noch
22 cm; Br. 34 cm; runde Tülle 16,5 cm; Dm. 3 cm), Spitze abgebrochen, Bruchstelle
zur Querschneide zugerichtet, also mit fremder Zweckbestimmung weiterverwendet (Taf.
60, D). Michelbach liegt bereits im Buntsandsteingebiet der Südabdachung des „kleinen
Odenwalds“. Mit einem Reihengräberfriedhof ist hier nicht zu rechnen. Es dürfte sich um
einen verschleppten Fund handeln (5293).
Mtbl. 33/6619 Epfenbach. — Verbleib: Heimatmuseum Mosbach. (Palm-Dauber)
Niederweiler (Müllheim) „Rust“.
1952 wurden bei Rebumlegung Gräber angeschnitten und teilweise zerstört.
Grab 1 : Einfassung mit senkrecht stehenden Platten; Skelett teilweise zerstört.
Keine Beigaben.
 
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