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Badische Fundberichte: amtl. Nachrichtenbl. für die ur- u. frühgeschichtl. Forschung Badens — 20.1956

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https://doi.org/10.11588/diglit.43787#0268

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262

Fundschav. 1952—1953: Mittelalter —• Neuzeit

der frühmittelalterlichen Siedlung von Merdingen (Freiburg) führen dürfte (vgl. Bad.
Fundber. 18, 1948—1950, 137 ff.). (F. G.)

Bischweier (Rastatt), Ortsetter.
1. Beim Rathausumbau wurde 1952 ein Gewölbegang von 1,20 m angetroffen. Den
Untergrund bildete eine helle Schwemmsandschicht, darunter eine 0,05 m starke Lage
gestampften Lehms, unter der sich eine 0,20 bis 0,40 m starke, fundreiche Schicht
befand. Es wird vermutet, daß hier nach dem Rathausbau von 1609 der Abfall
abgelagert wurde.
Funde : 1. Reste zweier hoher Fdenkelgefäße aus gelblichem Ton, dünnwandig mit
gelber Innenglasur. — 2. Eine außen grün, innen gelb glasierte Kanne (Taf. 61, C 1). —
3. Eine ähnliche Kanne, aber innen und außen gelb glasiert. — 4. Gut geformtes, innen
und außen bis zum Umbruch gelb glasiertes, nachgotisches Schüsselchen (Taf. 61, C 2). —
5. Innen gelb, außen grün glasiertes Schüsselchen mit seilartig gedrehten Henkeln. —
6. Nachgotische Rand- und Bodenstücke mit weiß oder braun aufgemalten Ring-
linien. —■ 7. Bruchstücke eines gelblich-weißen Grapen mit gelber Innenglasur. —
8. Deckel ohne Knauf. — 9. Bruchstücke gelblicher Ofenkacheln. — 10. Glasstücke,
darunter zwei Randstücke von feinen Gläsern. Datierung: 16. Jahrhundert.
2. 1953 kamen beim Abbruch eines in der Nähe des Rathauses liegenden Gebäudes
Reste von Becherkacheln der zweiten Hälfte des 13. und der ersten Hälfte des 14. Jahr-
hunderts zu Tage.
Mtbl. 61/7115. — Verbleib: Heimatmuseum Rastatt. (Weber, Kühn, Hammel)
Freiburg, Ortsetter.
1. Bertoldstraße:
Beim Neubau des Radiohauses Lauber wurde 1952 eine Abfallgrube freigelegt, aus der
spätromanische bis frühgotische Scherben, darunter ein Randstück mit Rädchenmuster,
entnommen wurden. (Unser)
2. Gauchstraße:
1953 wurde für den Erweiterungsbau der öffentl. Sparkasse eine alte Giebelwand aus
Wackensteinen abgerissen. In dieser Wand stak in Höhe des vierten Stockwerkes ein
Topf, der Bruchstücke von vier Gläsern enthielt.
Funde: 1. Grauer Topf mit niedrigem, nach innen gerundetem Rand, auf der
Außenseite flache Rille in einer Tropfenleiste endigend. Auf der Schulter umlaufende
Zone von Spiralrillen. Der Rand zeigt frühgotischen Charakter, während die Rillen-
zone schon in spätromanischer Zeit einsetzt (vgl. Bad. Fundber. 19, 1951, 87 ff.). Die
Gesamtform weist auf die Zeit etwa um 1300. — 2. Bruchstück eines Stengelglases. —
3. Randstück eines größeren Warzenglases. — 4. Bruchstücke zweier kelchartiger Gläser,
deren Formcharakter mit dem oberen Teil der Tongefäße dieser Zeit übereinstimmt.
3. Herrenstraße. <Unser’
In der Baugrube des zerstörten Weihbischöflichen Palais wurden 1952 alte Mauerreste
angetroffen, in deren Bereich zahlreiche Scherben und Tierknochen gefunden wurden.
 
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