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Badische Fundberichte: amtl. Nachrichtenbl. für die ur- u. frühgeschichtl. Forschung Badens — 20.1956

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https://doi.org/10.11588/diglit.43787#0299

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eine derartige Erfassung dieser Gruppe mittelalterlicher Wehranlagen noch fehlt. Für Bayerisch-
Franken liegen die Arbeiten von K. Gumpert und H. Schreibmüller „Frühmittelalterliche Turm-
hügel in Franken“ (Ansbach 1950) und neuerdings von Klaus Schwarz „Die vor- und früh-
geschichtlichen Geländedenkmäler Oberfrankens“ (Kallmünz/Opf. 1955) vor.
Tübingen Gerhard Wein
H. Menzel: Antike Lampen im Römisch-Germanischen Zentralmuseum zu Mainz.
Mainz: Verlag des Römisch-Germanischen Zentralmuseums 1954. VIII, 119 S., 99 Abb.
(Römisch-Germanisches Zentralmuseum zu Mainz, Katalog 15).
Die Sammlung antiker Lampen des Römisch-Germanischen Zentralmuseums zu Mainz (= RGZM)
ist zwar nur als verhältnismäßig klein zu bezeichnen; doch ist „in ihr eine fast geschlossene Reihe
von Lampen zusammengetragen, die beinahe alle vorkommenden Typen aufweist und somit die
Vorlage in einem eigenen Katalog rechtfertigt“. Mit diesen z. T. wörtlich zitierten Überlegungen
begründet der geschäftsführende Direktor des RGZM, Prof. Dr. W. F. Volbach, im Vorwort zu
vorliegendem Band dessen Herausgabe, und man kann Volbach nur beipflichten. In H. Menzel, der
bereits früher (Festschr. des RGZM, Band III, 1953, S. 131 ff.) eine sitten- und religionsgeschicht-
lich ertragreiche Studie über die „Lampen im römischen Totenkult“ geschrieben hat, ist ein Be-
arbeiter gewonnen worden, der das vielschichtige und mitunter spröde Material sachkundig gut
gegliedert vorzulegen verstanden hat. Eine Einleitung unterrichtet über die Geschichte der For-
schung, über Aussehen und Verwendungsweisen der Lampen im Altertum und ihre verschiedenen
Verzierungsarten. Der im eigentlichen Katalog aufgeführte Bestand an originalen Tonlampen des
RGZM geht von den einfachen, bis in vorgeschichtliche Perioden zurückreichenden Schalenlampen
über die griechischen und hellenistischen, die römischen und die spätantik-christlichen bis zu den
arabischen Lampen. Die Beschreibung wird durch klare, instruktive Strichzeichnungen aller halb-
wegs wichtigen Stücke ergänzt. Zum Schluß folgen die Lampenformen (Negative zur Herstellung
der Tonlampen), die Lampenfüller und die ungleich selteneren Lampen aus Bronze. Alles in allem
ist die stattliche Reihe der Kataloge des RGZM um einen wertvollen Band bereichert worden, der
auch bei der Bestimmung von römischen Tonlampen, die etwa in unserem Arbeitsgebiet anfallen
sollten, gute Dienste leisten wird.
Tübingen Rolf Nierhaus
Neue Bodenurkunden aus Starkenburg (Veröffentlichungen des Amtes für Bodendenk-
malpflege im Reg.-Bezirk Darmstadt, Heft 2). Herausgegeben von Werner Jorns. Bären-
reiterverlag, Kassel 1953. 186 Seiten, 12 Tafeln, 36 Abbildungen.
Es ist immer wieder erfreulich, zu sehen, wie die während des Krieges oft schwer getroffene Boden-
denkmalpflege dank staatlicher Förderung, vor allem aber auch dank persönlicher Initiative der
mit ihrer Durchführung Beauftragten schon fast verloren geglaubte Positionen zurückgewinnt und
in der Folge tatkräftig ausbaut. Ein einprägsames Beispiel scheint uns das 1947 neu gegründete
Amt für Bodendenkmalpflege für den Reg.-Bezirk Hessen in Darmstadt zu sein. Als der neu er-
nannte Leiter, Dr. Werner Jorns, sein Amt übernahm, stand er praktisch vor völligem Neubeginn.
1944 waren die meisten Bestände der Altertümersammlung des Hessischen Landesmuseums Darm-
stadt bei seiner Zerstörung mit allen Fundinventaren bis zum Jahre 1937 verlorengegangen. Die
Heimatmuseen waren während des Krieges unter oft erheblichen Verlusten geräumt worden, der
archäologische Landesdienst, der unentbehrliche Helfer jeder zielstrebigen Vorgeschichtsforschung,
war zerschlagen und mußte neu aufgebaut werden. Nach nur acht Jahren Tätigkeit kann das Amt
nunmehr einen ersten umfassenden Rechenschaftsbericht vorlegen, der auch dann noch beeindruckt,
wenn man sich vor Augen hält, daß Starkenburg gleich dem gegenüberliegenden Rheinhessen zu
den am reichsten besiedelten deutschen Landschaften während der Vorzeit gehört.
Nach einer kurzen Einleitung über den organisatorischen Neuaufbau, bei dem freilich überrascht,
daß eine ausgebildete Fachkraft des Amtes mit erheblichem Verantwortungsbereich nur als Schreib-
 
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