Brugsch, Heinrich [Hrsg.]
Geographische Inschriften altägyptischer Denkmäler (Band 3) — Leipzig, 1860

Seite: 61
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ZWEI AEGYPTISC'HB VGEtKEBLTSTEN DER PTOLEMAEEH- UND ROEMER - ZEIT.

Die erste Liste, mit welcher wir uns zu beschäftigen haben, befindet sich unter den
römischen Sculpturen, mit welchen die Wände des Tempels von Dendera bedeckt sind.
Sie enthält eine Keihe von zwölf Völkern, die in der üblichen Weise personiticirt sind.
Man erblickt jedesmal eine knieende Figur, auf deren Kopf der Name des betreffenden
Volkes oder Landes in hieroglyphischen Charakteren auf dem Bd. I besprochenen Nomos-
zeichen steht. Die Figur bringt eine Spende dar, deren hieroglyphische Bezeichnung glei-
cherweise über dem Gegenstande angegeben ist. Line verticale Seiteninschrift, beginnend

mit den Worten: qn-ef riet ...... „er (der römische Kaiser) führt zu dir" (der Göttin des

Ortes, Hathor von Dendera), woran sich der Name des Volkes anschliesst, enthält die
gewöhnlichen Formeln, in welchen ausgedrückt ist, dass der und der Kaiser der Göttin
die betreffenden Völker und ihre Spenden oder Tribute zuführe, wohei die Wiederholung
der Völker- und Spenden-Bezeichnung besonders werthvoll als hieroglyphische Varianten
werden. Die Reihe A, von 1—12, auf Taf. X giebt die hieroglyphischen Bezeichnungen
der Völker über den Köpfen der Figuren wieder, die Reihe a, 1 — 12 darunter die Namen
der Spenden oder Tribute. Die Reihen bei B und b dagegen enthalten dieselben Namen
der Völker und Spenden, wie sie sich aus den Beischriften der Seitencolumnen ergehen.
In der Zeichnung daneben ist die ganze Vorstellung, welche zu dem siebenten Namen ge-
hört, wiedergegeben; sie gilt als das Muster aller übrigen.

Die Folge der Namen, wie sie von Herrn Harris in der numerirten Zeichnung an-
gegeben ist, würde sich in dieser Weise darstellen: 1. Wäwä, 2. Te/rer (ergänzt aus der
Reihe B), 3. Ment, 4. Neter-tä, 5. lieh (ergänzt aus B), 6, Leset oder Resef, 7. -Petes oder
Peres, 8. Se-mu, !). Chet, 10. Äl oder Ar, 11. Bek-tä, 12. lies. Eine bestimmte geographi-
sche Anordnung liegt in dieser Liste nicht vor. Wollte man selbst den ersten und letzten
Namen der Liste: Wäwä und Kes, wodurch grosse Landestheile im Süden Aegyptens be-
zeichnet wurden, miteinander in Verbindung setzen, so nämlich, dass die Reihe ausginge
von 5 — 12, woran sich nachher 1—4 als Fortsetzung anschlösse, so würde immer wieder
die geographische Folge durch den ersten Namen lieh, für eine gleichfalls im Süden
Aegyptens belegenen Landschaft, in der auffallendsten Weise gestört werden. Bei der An-
ordnung müssen wohl besondere Rücksichten der Folge obgewaltet haben, die bei der Un-
bestimmbarkeit der Hälfte jener Namen nothwendigerweise ein Räthsel bleiben werden.

Ich beginne die Betrachtungen der Liste mit dem Namen der ersten Landschaft
Wäicä, Uäuä.

Bereits in den beiden früheren Bänden meiner geographischen Untersuchungen hatte
ich darauf aufmerksam gemacht , dass Wäwä die Bezeichnung eines Landes und Volkes im
Süden war, dessen Tribute mehrfach (vor allen rufe ich die sogenannte statistische Tafel
aus den Zeiten des dritten Tothmosis ins Gedächtniss zurück) auf den Denkmälern der
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