Brugsch, Heinrich [Hrsg.]
Geographische Inschriften altägyptischer Denkmäler (Band 3) — Leipzig, 1860

Seite: 39
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VII. Die lexicalscheUebersieht ägyptischer Städtenamen, welche sich am Ende des
ersten Bandes meiner geographischen Untersuchungen befindet, hat durch die neuen Studien,
welche mir zu machen vergönnt war, nicht unwesentliche Bereicherungen erfahren. Beson-
ders hebe ich hervor, dass durch die Auffindung einer mit vielen Stadtnamen geschmück-
ten Grabcapelle des alten Reiches, ein Resultat der Mariette'schen Nachgrabungen, die Liste
der Städte sehr wesentliche Beiträge erhält. Hier sei mit Bezug auf die Mariette'sche Ca-
pelle (M. ('.) bemerkt, dass die Mehrzahl der von mir darin entdeckten Localbezeichnungen
die p. 291 besprochene Benennung Nefer mit dem weiblichen Artikel t führen.
Aä, A = n

Ant-n-nm (72), eine nefer.t. M. C.

Ant-Kmer-ten (74), gleichfalls wie die folgenden eine nefer.t. M. C.
As.t (74), eine nefer.t. M. C.
Ases (7ö), eine nefer.t. M. C.

Ar öder wohl zu lesen Ar.t (76), derselbe Ort, welcher Bd. I p. 274 und dazu
Taf. L Xo. 1361 erwähnt worden ist, in M. C. jedoch als eine nefer.t näher
bezeichnet ist.

Bit, B = a

BäK-t (77), eine nefer.t. M. C.

Bentet (77 a), eine nefer.t. M. G.
Gä, G = a

GäKes. In der Inschrift auf Campbell's Sarg heisst es von diesem Orte: ju nek Nebt-
Kät son.tek am GäKes (78) „es kommt zu dir (dem verstorbenen Osirianer)
„deine Schwester Nephthys aus der Stadt GäKes". Sicher ist dieser Ort iden-
tisch mit dem p. 166 erwähnten oberägyptischen Qelis oder QäKes (g und q wer-
den dialektisch leicht miteinander vertauscht, wie X und 6 im Koptischen), in
welchem Hor-sämtä eine besondere Cultusstätte hatte.
Wä, W, U = i

WäCrtä (7!)), eine nefer.t. M. G.

Ua (80), eine nefer.t. M. C.

Uä (81), eine nefer.t. M. C,

Unchu (82), eine nefer.t. M. C.

Uf, Name eines Ortes, der in folgender Legende auf der Wiener Stele No. 88 auf-
gefülu-t wird: Kon neter n Chnum dient Uf Kon neteru n pe-chnum chent Uf (83).
„Prophet des Chnum von der Stadt Uf und Prophet der Götter des Chnum-
„Tempels von der Stadt Uf", Wenn wir auch durch diese Inschrift über die
Gottheit des Ortes genauere Auskunft erhalten, so bleibt doch seine Lage un-
gewiss, obschon es wahrscheinlich sein muss, dieselbe im Nomos Memphites
zu suchen, woselbst die als Chnum-Prophet bezeichnete Person andere prie-
sterliche Aemter bekleidete. In der That wissen wir aus Bd. I p. 242, dass
der Gott Chnum in dem peKu Sen oder Sennu des memphitischen Nomos be-
reits in den Zeiten des alten Reiches sich der Stellung als Schutzgott erfreute,
sein Cult also in Unterägypten gar nichts auffallendes haben kann.

besonderen Titel des Osiris enthält, kehrt übrigens auf einem Sarkophag-Fragment des Wiener

Museums wieder, woselbst sie in folgender Verbindung erscheint (No. 71): „König ...... grosser

„Herrscher"; sie muss also etwas ähnliches bezeichnet haben, als die beiden sie umgebenden
Hieioglypheiigruppen. • •
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