Büttner, Nils [Editor]; Koch, Anne-Katrin [Editor]; Zieger, Angela [Editor]; Schneidler, Friedrich Hermann Ernst [Editor]; Ausstellung Buch - Kunst - Schrift: F. H. Ernst Schneidler <2013, Offenbach am Main> [Editor]; Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart [Editor]; Klingspor-Museum Offenbach [Editor]; Bertram, Gitta [Oth.]
Buch Kunst Schrift: F. H. Ernst Schneidler ; [diese Publikation erscheint begleitend zur Ausstellung "Buch - Kunst - Schrift: F. H. Ernst Schneidler", Klingspor-Museum Offenbach, 10. März bis 5. Mai 2013] — Stuttgart, 2013

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[ Abb. 121 H enry van de Velde, Buch-
gestaltung für: Friedrich Nietzsche:
Also sprach Zarathustra, Leipzig: Insel, 1908

53
Bernhard Pankok: Ein Multitalent
um 1900,1872-1943, Ausstellungs-
katalog: Städtische Galerie Böhlingen,
17.9.2006-14.1.2007, hrsg. von
Eva-Marina Froitzheim, Böblingen 2007;
Bernhard Pankok: Malerei, Graphik,
Design im Prisma des Jugendstils,
Ausstellungskatalog: Westfälisches Landes-
museum für Kunst und Kulturgeschichte
Münster, 14.9.-9.11.1986, hrsg. von
Angelika Lorenz, Münster 1986.
54
Schauer 1963 (wie Anm. 9), Bd.2, S.19-17;
Henry van de Velde in de collecties van de
Koninklijke Bibliotheek Albert I.,
Ausstellungskatalog: Koninklijke Biblio-
theek Albert I, Brussel, 11.6.-21.8.1993,
bearbeitet von Fabrice van de K,erckhove,
Brüssel 1993, S. 68; Laird McLeod Easton:
Der rote Graf: Harry Graf Kessler und seine
Zeit, Stuttgart 2003, S. 123.

kennung wie seine Möbel.53 Noch mehr Lob erfuhr der gebür-
tige Belgier Henry van de Velde, der 1902 von Großherzog Wil-
helm Ernst von Sachsen-Weimar zum Berater berufen worden
war. In Weimar wurde van de Velde zum Gründungsrektor der
Kunstgewerbeschule. Er arbeitete als Architekt, entwarf Mö-
bel, Gebrauchsgegenstände und Kleider, gestaltete aber auch
Bücher. In jeder Weise herausragend waren dabei seine beiden
1907 gestalteten Ausgaben von Werken Nietzsches | Abb. 121. Das
buchkünstlerische Konzept bezog sich dabei gleichermaßen auf
den Einband wie auf die Ausstattung des Buches, vom Vorsatz
über die Ornamentik bis zur Typographie. Was die Schriftge-
staltung und die Satzanordnung anging, arbeitete van de Velde
bei der monumentalen Ausgabe von Also sprach Zarathustra
mit seinem belgischen Kollegen Georges Lemmen zusammen, der
von Harry Graf Kessler mit der Entwicklung der Schrift für das
Projekt betraut worden war.54 Für Henry van de Velde blieb die
Buchkunst ein Nebenpfad, auch wenn er in den folgenden Jah-
ren noch verschiedentlich auf diesem Gebiet tätig war. Seine
stilistische Breite reichte dabei von Arbeiten, die sichtlich in der
Nachfolge von William Morris standen, bis hin zu Beispielen für
eine funktionale Typographie. Sein buchkünstlerisches CEuvre
ist in dieser Hinsicht ganz unmittelbar mit seinem architekto-
nischen Schaffen zu vergleichen. Genauso nachhaltig in seiner
Wirkung und universell in seinem Anspruch war auch Peter

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Buchkunst vor Schneidler
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