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Achter Haupttitul.

Von den Nordischen Reichen.
Rußland. -^ie Riißischen Reiche qsnüffen jchv eines liefen Friedens. DieKayserin, die sich
während ihres Aufenthalts zu Moscau beeyferte, die Glückseligkeit ihrer
Stauten zu befördern, hat verschiedene Versrdnungen, die unter der vorigenRe-
gierung projcctirt waren, zur Vollkomenheit gebracht. Hierunter gehört die-
ftnige , worirmen dem RuZischen Ade! gewisse Freyheites gegeben wor-
den , welche bereits von dem Kayser Peter III. gegeben war. Da aber jene Ver-
ordnung diese Freyheit gewissermassen mehr einschränkte, als es der Nutze des
Vaterlandes zu erfordern schien, und auch der Zustand im Reich sowohl als die Er-
ziehung des jungen Adels gegen die vorigen Feiten eine ganz audre Gestalt bekom-
men; so verordnete die Kayserin eine besondere Commißion, welche die vorhinge,
dachte Verordnung untersuchen , und vollkommener machen sollte; zugleich auch
berathschlagen, auf was Art der RuZische Adel durch eine besondereMichscon-
siitution für sich und seine Nachkommen aus der Hand der Kayseri« ein neues
Pfand Ihres Wohlwollens gegen denselben erhalten könnte. Und damit eine ge-
sunde Politick bey diesem allen zu Grunde gelegt werde; so wurde befohlen, sol-
che Einrichtungen zu treffen, die die Ehrbegierde des Adels zum Nutzen des Da-
Abschied des terlands ermuntern könnten.
Mablnischen Das merkwürdigste, was bey der Russischen Geschichte diesmahl tzorkommk,
Gesandten ist dre Streitigkeit mit Pohlen, über das Herzogthum Curland. Cs ist aus un-
von Moscau ftksr letzten Erzählung hinlänglich bekannt, daß sich die Rußische Kayserin z'um
' Dorther! des Herzogs Biron erklärt habe; wir werden auch in dem folgende» Ti-
tel umständlicher davon reden. Der König!. Pohlmfche Cammechsrr von Bork
befand sich damahls dieser Sache wegen zu Moscau, und übergab ein Memor're
zum Vortheil des Herzogs Carls, Prinzen von Sachsen. Am ir März aber wurde
gedachter Cammerherr von Bork ersuchet, sich zu dem Grafen von Woranzew zu
begeben. Daselbst wurde ihm die Antwort der Kayserin auf sein Memoire mit
der Erklärung vorgelegt, daß Ihrs Majest. unveränderlich dabry verharren wür-
den. Dabey gab man ihm zu vernehmen, daß er des folgenden Tages seine Ab-
schiedsauöienz bey der Kayserin haben könnte, weil nun fein Auftrag ausgrrichtet
wäre. Er wendete ein , daß er noch kein Abruffungsschrsibm hätte, sondern
vielmehr «och neue Beglaubigungsschreiben erwartete, die ihm mit dem Chsra-
rter des Gesandten des Königs und der Republik begleiteten; und verlangte daher
bis jür Ankunft der Befehle feines Herrn Erlaubnis da zu bleiben. Cs wurde ihm zwar
solche gestattet, aber am 14 machte man ihm das Compliment, daß ihm als Mini-
ster von Pohlen alle Untechandlüng mit den Ministern des Reichs untersagt sey.«
Unter dessen Fengen die Unterhandlungen in Pohlen dieferwegen fort. So stand,
die Rußische KMferik sich vor den Herzog Biron bezeigte ? eben so stand-
haft war der Pohlmfche Hof. In dem «un Her vorhin erwebnte Herrn von Bork
den Ausgryrg der Sachen erwartete; so bekam er unvermuthet den Befehl von
der Kayserin, sich in rmcchl 24 Stunden von Moscau weg zu begeben. Er that
_ es, überfchickte aber vor seiner Abreise an die Auswärtigen Gesandten folgendes
Met; ^Unterzeichnetem Cnvove des Königs und der Republik von Pohlen an
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