Furtwängler, Adolf
Beschreibung der geschnittenen Steine im Antiquarium — Berlin, 1896

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III. Konvexe Steine und Pasten ohne Durchbohrung

(für Ringe bestimmt).
a. Arbeiten vorwiegend der östlichen Hälfte der antiken Welt.

i. Sehr gestreckt ovale Steine mit ganzen
Figuren in freier flüchtiger Ausführung.

1036 (S. 4663.) Chalcedon mit reichlich
eingesprengtem gelbem Jaspis. Aus Athen erw.

Der nackte jugend-
liche Dionysos (hohe
Stiefel, Tänie mit Blumen
im Haar) lehnt sich mit
dem 1. Arm bequem auf eine Säule und hält
in der L. den Thyrsos (daran eine Tänie), in
der R. den Kantharos. Er wird fast ganz
vom Rücken gesehen. Weiche Formen. Schöne
Arbeit etwa des 3. Jahrh.

1037 (W. II, 1440; T. III, 941.) Dunkler
Sard.

Der jugendliche Dionysos (?) von vorne,
den r. Arm auf eine Säule gestützt, den I. in
die Hüfte gestemmt, mit Mantel um Unter-
körper, die Beine kreuzend. Der Kopf scheint
bekränzt, die Formen weich. Die Deutung
unsicher, Apollo wäre auch möglich.

1038 (S. 230.) Weiss verbrannter Sard.
Samml. Gerhard.

Tyche, fast unbekleidet, nur einen dünnen
Mantel um die Beine, steht bequem da, die
R- in die Seite stemmend, den 1. Arm, der
das (leere) Füllhorn trägt, auf eine Säule ge-
stützt, die Beine kreuzend.

1039 (S. 2704.) Horizontal geschichteter
Sardonyx.

An der Unterseite des Steines Rest einer
Durchbohrung. Bild aus der braunen Schicht
gearbeitet. Bekleidete Göttin, die L. auf eine
gewundene Säule stützend, hält in der R. ein
Tympanon (?); ein zweites steht auf der Säule.
Sehr flüchtig.

1040 (S. 579.) Hyacinth. Samml. Wolff.
Aphrodite (Oberkörper nackt, Mantel um

die Beine) stützt sich mit der L. auf ein
säulenartiges Postament und stemmt die R. in
die Seite.

1041 (S. 4662.) Karneol. G7-iech. Inseln.
Flach konvex; unten gebrochen. — Artemis

m langem ungegürtetem Chiton stützt die r.
Hand auf einen Pfeiler auf und hält in der

L. den Bogen; Köcher auf dem Rücken. Zarte
flotte Arbeit, wol des 3. Jahrh.

1042 (Inv. 8111.) Karneol. Aus Limassol
auf Cypern.

Wie das vorige Stück. Artemis in langem
gegürtetem Chiton, in der R. den Bogen, mit
der L. nach dem Köcher greifend; Haube (?).
Sehr flüchtig.

2. Meist dunkelbraune*) Glaspasten von
gleicher Art.

1043 (T. III, 942; W. II, 1441-)
Dionysos, jugendlich, Mantel um Unter-
körper, lehnt sich mit dem 1. Unterarm auf
eine Säule; er hält den Thyrsos in der L.,
mit der R. hält er einen Kantharos am hohen
Fusse gefasst. Kranz von Epheublättern (keine
Strahlen!) mit herabhängender Binde. Sehr
schlanke Figur. Flüchtig, mit viel Anwendung
des Rundperls.

1044 (Till, 943; W.II, 1442.) Abg.Müller-
Wieseler, Denkm. alter Kunst II2, Taf. 38,
No. 450.

Dionysos, sehr ähnlich 1043, doch mit ver-
tauschten Seiten; der r. Unterarm ist auf die
Säule gestützt, die L. ist ruhend auf den Kopf
gelegt und hält zugleich den Mantel, der den
Hintergrund für die Figur bildet und vorn
nur um das r. Bein geschlungen ist. Kranz
von Epheublättern (keine Strahlen!).

1045 (S- 5Sl-) Abg. Furtwängler, Meisterw.
d. griech. Plastik S. 621.

Aphrodite stützt den hoch erhobenen 1.
Oberarm auf eine Säule; in der gesenkten R.
hält sie einen Blattfächer. Mantel auf der 1.
Schulter und um die Unterbeine; sonst ist sie
nackt. Ohrgehänge; Oberarmringe.

1046 (Till, 428; W. II, 541.) Fragmentiert.

Aphrodite, ähnlich 1045. Der 1. Ellen-
bogen stützt sich auf eine Säule; die L. hält
den Blattfächer, die R. liegt ruhend über dem
Kopfe. Der Mantel fällt im Rücken herab.

*) Wo in diesem Abschnitt die Farbe nicht an-
gegeben, ist die Glaspaste dunkelbraun.
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