Gerhard, Eduard
Auserlesene Griechische Vasenbilder, hauptsächlich Etruskischen Fundorts (Band 1): Götterbilder — Berlin, 1840

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VORREDE.

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Das Königliche Museum zu Berlin ist neben den Denkmälern, die es
schmücken, mit seltenen Hülfsmitteln ihrer Erläuterung ausgestattet. Wäh-
rend die Kunstwerke alter Zeit Räthsel häufen, die in ausgedehnter Ver-
gleichung gleichartiger und gleichzeitiger Werke ihre einzige Lösung er-
warten, die archäologische Literatur jedoch vergebens sich müht durch
Veröffentlichung des Wichtigsten mit der Fülle neuer Entdeckungen Schritt
zu halten, bietet das Kgl. Museum in Abbildern auswärtiger Inedita jenem
Bedürfnifs die erwünschtesten Hülfsmittel dar. Unter Umständen, die nicht
wiederkehren, der gedachten Königlichen Anstalt jene Vorräthe ermittelt
zu haben (1), achte ich für ein besonderes Glück meiner litterarischen
Wirksamkeit; dieselben Hülfsmittel sind es, welche, im archäologischen
Apparat des Kgl. Museums aufbewahrt, dem gegenwärtigen Werk seine
wichtigste Quelle eröffneten.

Der nächste Zweck dieses Werkes ist, den Freunden der Kunst
und des Alterthums in auserlesenen Proben einen Inbegriff des unsäglichen
Schatzes vorzulegen, mit welchem der Boden Etruriens im letzten Jahr-
zehend die Alterthumsforschung bereichert hat. Die Schwierigkeit, einen
so tausendfältigen Stoff erst zu eigner Erkenntnifs zu führen, dann abbild-
lich darzustellen, liefs es zunächst bei dieser und jener Beschreibung der
in etruskischer Mitte erstandenen griechischen Kunstwelt bewenden, wie
denn aus solchem Bedürfnifs von Rom und Paris aus Manches geschah (2).
Das archäologische Institut, das gleichzeitig mit den Entdeckungen Vulci’s

(1) Näheres hierüber enthält mein Aufsatz: Verzeichnisse von Bröndsted, De Witte, Campa-

Ueber eine Sammlung archäologischer Inedita nari. Vgl. G. Kramer Ueber Styl und Herkunft
(Archäolog. Intelligenzblatt 1833 S. 36 ff.) der bemalten griechischen Thongefäfse. Berlin,

(2) Durch meinen Rapporto intorno i vasi vol- 1836. 8.
centi und durch die unten S. 222 ff. erwähnten
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