Gerhard, Eduard
Auserlesene Griechische Vasenbilder, hauptsächlich Etruskischen Fundorts (Band 1): Götterbilder — Berlin, 1840

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NACHTRÄGLICHES

Zu Tafel I — IV. athenens gebürt.

S. 5. Anm. 7. Von archaischen Vasenbildern dieses Gegenstandes ist
(p) eine neuentdeckte bacchische Amphora mit Inschriften zu erwähnen, welche aus
dem Besitz des Prinzen von Canino durch Hin. Campanari neuerdings in das britti-
sche Museum überging. Mitten ist die Hauptgruppe, Z(evg) und dd-avaiu, in ge-
wöhnlicher Weise dargestellt; der Thron oben mit einem Pferdekopf (wie im Gefäfs g),
im unteren Zwischenraum mit zwei Athleten verziert, deren einer einen Kranz hält
(Vgl. S. 10). Nach der Rechten hin ist llithyia (^Hdei&via)^ ferner sind in zwei ver-
stümmelten Figuren Herakles und Ares zu erkennen. Nach der Linken hin folgen
Apoll [Jnolov'), Hera [Hega, mit Stephane), Poseidon (Dooeidov^), endlich am lin-
ken Ende, zurückweichend und dadurch kenntlich, Hephästos. Den eigentümlichsten
Umstand dieses Bildes, die Erscheinung der Here, wiederholt unsres Erachtens auch
die S. 6. Anm. 12. erwähnte Schale; wenn aber gemeint worden ist (Bull. 1. c.), auch
im Gefäfs d (Micali tav. 79) sei Here, nicht Artemis zu erkennen, so erregt es Be-
fremden, llere’s Beisein bei einem ihr so verdriefslichen Anlafs bis zur Geburtshülfe
gesteigert zu finden.

Noch eine merkwürdige archaische Minervengeburt befindet sich (y) auf einem
grofsen Gefäfs in Lekythosform, im Besitz Sr. M. des regierenden Königs von Däne-
m a r k. Der gebärende Zeus ist von zwei Ilithyien umgeben, ferner links von Hephä-
stos, rechts von Hermes und Ares, dessen Schild mit einem Schenkel verziert ist.
Eigenthümlich ist diesem Bild als äufserste Figur zur Linken ein wegschreitender Krie-
o-er, der am füglichsten vielleicht als athletisches Beiwerk des mythischen Bildes
(Trinkschalen d. Kgl. Mus. Taf. IV. V. u. sonst) zu deuten ist. Oberwärts sind Rei-
terfiguren abgebildet.

Endlich ward eine archaische Amphora gleichen Gegenstands aus neuester Ent-
deckung neuerdings zu Toscanella bei Hin. Valeri aufbewahrt (r). Nach der da-
von ertheilten Beschreibung (Bull. d. Inst. 1839 p. 73) ist der Thron des Zeus oben
mit dem Kopf einer Schlange (Schwan?), unten mit einer Eule verziert. Pallas ent-
springt dem Haupte des Gottes; zwei Ilithyien stehen zur Seite.

S. 6, 13 n. Die Minervengeburt ^des auf Taf. III. IV. abgebildeten Bcugnot-
schen Gefäfses ist seitdem auch in der Elite ceramographique von Lenormant und De
Witte pl. LXIV. LXV. erschienen.

S. 8, 23. Die von Avellino mitgetheilte Stelle des Philodemos heifst vollständig:
nai twv agyatov nveg drjyuovgywv tovxov (nämlich Eg/urjv^) nagearona
toh ZIn n[otovoi\ne\E-/.vv eyovva [xa]#-cw£() ev iwi t\t]s\ yaXxiotyov.

S. 6, 9. Die Schale des Phrynos (Ar) ist seitdem ebenfalls in der Elite cera-
mographique pl. LVI. erschienen.

S. 6, 12. Die neulich erfolgte Bekanntmachung der Minervengeburt mit röth-
lichen Figuren auf einer Kvlix des Herzogs von Blacas (m) verdankt man der

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