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Tafel XLIX — LX.

DIONYSIAKA.

Tafel XLIX. schiffender dionysos; archaische Schale des Prinzen von
Canino. Dieses nicht hinlänglich verbreitete f1) Kunstwerk, als dessen
Urheber am Fufs des Schale ein rühmlich bekannter (2) Exekias uns ge-
nannt ist (E+CEKIA^! EnOE^E), gewährt in altertümlichen Formen ein
gefälliges Bild des schiffenden Dionysos. Wie das SchifF der Tyrrhener,
die an dem Gott frevelten, zur Weinlaube ward, sie selbst aber in Del-
phine verwandelt wurden, ist allbekannt (3); ein bacchisch geschmückter
Mastbaum (4) scheint jenem Mythos auch hier zu gelten. Wie aber in un-
zähligen Fällen ein gefeierter Mythos das Göttersymbol verdunkelt hat, das
er verherrlichen wollte, so ist auch der rebenspriefsende Mast jenes Dio-
nysosschiffes vermutlich nur ein gefälliges Bild des efeuumkränzten Säu-
lengottes (5j; ein Bild, dem der schäumende Boden sofort entspricht, auf
welchem derselbe Gott behaglich hier ausruht. Im Schofse des Meers er-
zogen, ein Gebieter der feuchten (6) zugleich und der trockenen Natur,
darf Dionysos das Meer und Land verknüpfende SchifF als schickliches

(1) Beschrieben bereits im Museum etrusque
no. 1900 („La nef du Patriarque ”), und abge-
bildet in den Vases du Prince de Canino pl. IX.
Vgl. Rapporto volc. not. 258 d. Inghirami Galle-
ria Omer. II, 260.

(2) Aus der metrischen Inschrift eines Berli-
ner Gefäfses (Rapp. volc. not. 722. Berlins Ant.
Bildw. Vasen no. 651): Eyaexiuq {ygacpoe xanoiot
fie —, überdies aus zwei Durandschen Vasen (De
Witte no. 296. 398).

(3) Homer. Hymn. VI, 44. Eurip. Cyclop. 11.

Vgl. Apollod. III, 5, 3. Hygin. Fab. 134. Astron.
II, 17. Ovid. Met. III, 582 ff.

(4) Horn. Hymn. VI, 38: avxtxa ö' ux^oxazov
nuQu iaxiov iiEravvo&t] ufintXot; ’iv&a xal iv&u,
xuTey.Qijuvwvro dh noXXol ßoxqvtq' ufup iaxov äX
flf'Xui; tiXiaoixo xtffffo?.

(5) Clem. Strom. I, 25. p. 418: oxvXoc; Orj-
ßalotot zUcovvaoi; noXvyr]d-r}<;. Eurip. ebd. (An-
tiop. fr. 13 ): h'dov SX &aXa[toiq ßny.oXov xo/uüvxk
y.ioaoj axvXov Evts

(6) Oben S. 116. Anm. 59,
 
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