Gesellschaft für Vervielfältigende Kunst [Editor]
Die Graphischen Künste — N.F. 4.1939

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et octo tabulas olim / a Marco Riccio bellunensi pictore egregio / inventas et modo lineis modo coloribus ex-
pres / sas, nunc vero a Juliano Giampiccolo aere / ductas Bartholomeus Zucconi collector / in suae aestima-
tionis specimen / DDD:

1. due buoi e donna a sinistra

2. cittä al di lä del fiume; buoi e pastori in primo
piano

3. cortile con pastori e tre buoi che entrano

4. ragazzi che pescano alla canna a sinistra

5. cortile, con pietra da mola a sinistra

6. mulino a vento a sinistra

7. cavalieri che scendono da destra

8. incendio in fondo a sinistra

9. scavatori di antichitä

10. barca in acque burrascose

11. carrozza che va a sinistra

12. strada che sale al centro

13. portici grandi con rovine marmoree

14. cavalieri di cui uno cade

15. gregge che va a sinistra

16. mulino con varie case, asino sul ponte

17. carretta bassa, capre e buoi nell' acqua

18. pianura con acqua e alberi al fondo; rocce e strada
a destra

„Marcus Ricci invenit", a sinistra ..Julianus Giampiccoli sculpsit" a destra, abbreviati in diversi modi.

EBERHARD PREIME / UNBEKANNTE TIERZEICHNUNGEN VON
JOHANN CHRISTIAN REINHART IM KASSELER KUPFERSTICH-
KABINETT

Das Kasseler Kupferstichkabinett bewahrt eine Anzahl unbeachtet gebliebener, aber höchst
reizvoller Handzeichnungen des bedeutenden deutschen Landschafters in Rom Johann
Christian Reinhart (1761—1847), die nicht nur jeden Tierfreund innig entzücken
müssen, sondern auch für den Forscher und Wissenschaftler ihre Bedeutung haben.

Acht der vierzehn vorhandenen Blätter stammen aus dem Besitz von Joh. August Nahl
d. J. (1752—1825) und befinden sich auch heute noch eingeklebt am Ende des ersten von
drei Nahl-Skizzenbänden, die im Jahre 1839 der Sohn Wilhelm Nahl zusammengestellt hat,
denn von seiner Hand rühren die Beischriften auf den Reinhart-Blättern sowie auf vielen
anderen seines Vaters her. Der Sohn mag aus der Erinnerung beim Auflegen der Blätter und
Schnitzel die Vermerke hinzugefügt haben, so wie ihm der Vater einst beim Durchblättern
der Studien dies oder jenes über Zweck und Veranlassung, Erinnerungswert oder Bedeutung
eines Blattes erzählt haben mag. In dem Skizzenband fanden wir auch einen Zettel einlie-
gend, auf welchem der Eigentümer — es scheint die Handschrift J. A. Nahls d. J. zu sein —
sich seinen Besitz an Tierstudien im März 1823 notierte. Obenan steht: ,,13 Blätter Kreide-
zeichnungen von Ochsen und Ziegen, ein Esel und ein Hund, vom Thiermalcr Reinhardt";
und von anderer Hand hinzugefügt „4 radirte Blätter dito". In dem Klebeband sind jener
Esel und jener Hund noch vorhanden, ferner Ochsen und Ziegen, alles Kreidezeichnungen
bis auf den leicht getuschten Hund, leider im ganzen nur noch acht Blätter. Der Verbleib
der übrigen fünf sowie der anderen auf jenem Zettel erwähnten Tierzeichnungen, darunter
solchen von Polidoro Carravaggio, Rubens, Jordaens, Roos u. a., hat sich nicht mehr fest-
stellen lassen. Denn die übrigen in Kassel befindlichen sechs Reinhart-Blätter, ebenfalls Tier-
zeichnungen, stammen aus anderem Besitz. Es sind drei Tuschzeichnungen nach Mauleseln,
ein entzückendes Eselein in Rötel und zwei Kreidezeichnungen. Schon der stilistische Aspekt
scheint darauf zu deuten, daß diese sehr viel lockereren und duftigeren Blätter einer anderen
Entwicklungsperiode Reinharts angehören, außer einem Kreideblatt mit zwei Köpfen von
Schafen, das einem ähnlichen Blatt mit Ziegen im Nahlband ganz nahe steht und auf der
Rückseite den sicher zutreffenden Vermerk „in Rom 1790" trägt; dieses Blatt hat auch die
eigenhändige Signatur „Reinhart".

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