Hartlaub, Gustav Friedrich
Bewußtsein auf anderen Sternen?: Ein kliner Leitfaden durch die Menschheitsträume von den Planetenbewohnern — Basel, 1950

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Die Frage, ob wir auf anderen Sternen — sei es unseres
eigenen Planetensystems, sei es „weiter draußen" im Welt-
raum — ein Leben annehmen dürfen, ob Leben in irgend
einer Form dort möglich, ja wahrscheinlich ist, ob sich also
auch auf anderen Himmelskörpern über dem, was wir als
tote Materie ansprechen, das Organische entwickelt hat:
diese Frage interessiert uns wissenschaftlich — ganz gleich,
ob wir in ihrer Beantwortung jemals über die bloße Hypo-
these hinauskommen werden. Ob aber auch anzunehmen ist,
daß hie und da dieses Lebendige denkend zu sich selber
gekommen ist oder kommen wird, in bewußten Einzelwesen
nämlich, wie auf unserer Erde: dieses Problem geht uns
nicht nur um der Bereicherung unserer Erkenntnis willen
an, sondern als Menschen. Haben wir guten Grund zu der
Annahme, daß es so sei, ja daß unter Umständen •—- wenn
wir nämlich den Entwicklungsgedanken, der auf unserem
Planeten erprobt ist, auch auf anderen gelten lassen —■
Geschöpfe entstanden sind oder einmal entstehen werden,
die uns Menschen nach ihren psychischen und physischen
Fähigkeiten womöglich übertreffen, astrale Übermenschen
sozusagen, dann kann das auf die Dauer nicht ohne Wir-
kung bleiben auf die Ideen von unserer moralischen und
geistigen Stellung im Kosmos. Wer bis jetzt jene Wahr-
scheinlichkeit abgelehnt oder doch nicht ernsthaft mit ihr
gerechnet, wer sich, naiv oder auch wissend, als Krone der
gesamten Schöpfung und damit als einziges Ebenbild des
Schöpfers gemäß dem Bibelwort empfunden hat, den müßte
es in seinem anthropozentrischen Selbstbewußtsein und,
wenn er religiös denkt, auch in seinem Verhältnis zu Gott
unsicher machen, sähe er sich dringend zu der Vorstellung

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