Hartlaub, Gustav Friedrich
Bewußtsein auf anderen Sternen?: Ein kliner Leitfaden durch die Menschheitsträume von den Planetenbewohnern — Basel, 1950

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wenigstens etwas Wohlbegründetes über die wahrscheinlichste
Lösung vorbringen zu können. —

Von diesen Träumen und Spekulationen, von ihren typi-
schen Leitmotiven seit alter Zeit, an denen Naturwissen-
schaften und Theologie gleichmäßig beteiligt waren, soll
in folgendem die Rede sein. Ein geistesgeschichtlich interes-
santes Thema eröffnet sich uns damit; das Für und Wider,
das Auf und Ab der Meinungen bietet ein ebenso merk-
würdiges wie kennzeichnendes Schauspiel. Gerade im gegen-
wärtigen Augenblick! Lange Zeit hatten im Abendland
wenigstens die Naturwissenschaften zu einer bejahenden
Antwort geneigt, während der religiöse Glaube eher negativ
gestimmt blieb. Dann aber, nämlich in den letzten hundert
bis hundertundfünfzig Jahren, gelangte, wie wir sehen
werden, auch die Wissenschaft zu einer immer skepti-
scheren Haltung. Erst in jüngster Zeit scheint eine erneute
Wendung sich anzukündigen. Man glaubt, neue Gründe
für den alten Traum vom Leben auf anderen Sternen ge-
funden zu haben, damit aber auch — trotz aller verviel-
fachten Schwierigkeiten einer solchen Vorstellung —• für
die Möglichkeit des Bewußtseins und der Intelligenz über-
haupt.

Angesichts eines solchen Umschwungs — wenn anders
wir ihn richtig verstehen — mag ein Rückblick und ein
Umblick auf die Entwicklung und den heutigen Stand des
großen Problems nicht unwillkommen sein. Freilich können
in diesem Büchlein nur Umrisse gegeben werden.

I

Das eigentlich klassische Zeitalter für das — wenn man
so sagen darf — astrobiologische Denken finden wir im
vorchristlichen Altertum, in der vorderasiatischen und
griechisch-römischen Antike. In diesem Räume haben sich
nicht nur die überall auf der Erde verbreiteten Motive

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