Hilgard, Alfred [Editor]
Urkunden zur Geschichte der Stadt Speyer — Straßburg, 1885

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solicher bescheidenheit, als hie nach stat, unde als wir ouch wellent, daz furbazer
me stete gehalten werde von allen unsern burgern unde allen den, die under
unserme gerihte sint unde hie zu Spire wonen wöllent: Zum ersten die Stein-
metzen, murer, zimerlüte, decker unde kleiber, wem die erbeitent zwuschent dem
5 sunnentage so man singet letare zu halbfasten unde sante Gallen dag, den sol man
Ionen alsus: Dem meister alletage drissig hellere für rehtes, für koste unde Ion,
oder ahtzehen heller unde sinen kosten, unde dem knehte, der ein lere knehte ist,
daz erste iar funfzehen hellere für rehtes ane koste, oder aber sehs hellere unde
sinen kosten, unde das ander iar ein unde zweinlzig hellere für rehtes ane kosten,

io oder aber einen Schilling heller unde sinen kosten, unde daz dritde iar, so er dru
iar daz antwerg gewircket hat, dages drissig heller für rehtes ane kosten, oder aber
ahtzehen heller unde sinen kosten. Ouch sol man mit namen einem knehte der
morter machet, er si cleiber kneht oder Steinmetzen kneht, geben funfzehen heller
ane kosten, oder aht heller unde sinen kosten, unde eime knehte, der steine oder

15 morter zu dreit, einen Schilling hellere ane kosten, oder aber sehs heller unde sinen
kosten. Unde dar nach von sant Gallen dage biz zu halbfasten sol man meistern
unde knehten alle dage daz driteil lazen abegan des vorgenanten lones nach marzal,
ane alle wider rede. Ouch sol es stan an dem, der die werglüte gewinnet, obe er
in welle Ionen für rehtes ane kosten, oder iren kosten geben, als da vor geschriben

20 »tet, weders er wil, daz sol stan an ime, unde an den wergluten niht. Were ouch,
daz man eime wirkete für rehtes ane kosten, wil danne der dem man wircket, daz
die werglüte ir selbes kosten habent obe sime werke, unde niht heim gent essen,
so sol er in geben zu dem lone als vor geschriben ist dages dem meister drie
hellere unde dem knehte zwene heller, unde daz sol ouch stan an dem, der die

25 werglüte gewinnet, unde an den wergluten niht, obe er daz dun welle oder niht,
ane alle geverde. Umbe die bender ist gesetzet alsus: Wem die bender wirkent
zwüschent ostern unde sant Gallen dag, sol man geben dages dem meister driszig
hellere unde dem knehte funfzehen hellere für rehtes ane kosten, oder aber dem
meister ahtzehen heller unde dem knehte nun hellere unde iren kosten, unde daz

3o sol aber stan an dem, der die bender gewinnet, obe der sie ane kosten oder mit
dem kosten haben wil oder niht, unde an den bendern niht, als da vor geschriben
stet. Dar nach von sant Gallen dage biz zu ostern sol ieglichem bender alle dage
daz driteil dez lones abegan, als da vor geschriben ist, nach marzal, ane geverde.
Weiher ouch wil, das die bender in ir selbes koste obe sime werke blibent unde

35 niht heim gent essen, der sol in zu dem vorgenanten lone geben alle dage dem
meister drie heller unde dem knehte zwene hellere in aller der masse, als das ouch
von den Steinmetzen, deckern, cleibern unde zimerlüten da vor geschriben ist. Ez
sol ouch niemen deheime Steinmetzen, murer, zimermanne, decker, cleiber oder
bender, meistern oder iren knehten, deheine myete über den vorgenanten Ion, ez

w sient hosen, rocke oder anders waz daz ist, geloben oder geben in die heine wise,
noch ouch ir keime keinen win geben zu primen, zu vesper oder zu anderre zit,
so sie wirkent in ir selbes koste. Wer daz brichet gelobende, gebende oder nemende,
der git ieglicher als dicke er daz düt zehen Schillinge Spirscher phenninge zu pene
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