Hiller von Gaertringen, Friedrich; Wilski, Paul; Hiller von Gaertringen, Friedrich [Editor]
Thera: Untersuchungen, Vermessungen und Ausgrabungen in den Jahren 1895 - 1902 (Band 3): Stadtgeschichte von Thera — Berlin, 1904

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VI. Kapitel. Hellenistische und römische Privathäuser und Verwandtes

dann, die Entwickelung des griechischen Hauses durch das IV. und V. Jahrhundert hinauf bis
in die mykenischen und prämykenischen Zeiten, bis Troia und Tiryns, Knossos und Phaistos
und noch weiter bis zu der tholosartigen Urform zu verfolgen, die Dragendorff Bd. II qq
behandelt und Furtwängler in Orchomenos thatsächlich ausgegraben hat. Wir kommen nicht
so weit; wir können zwar behaupten, daß diese und jene Mauer so aussieht, als hätten sie schon
die ältesten griechischen Kolonisten auf dem Messavuno errichtet; aber das ist auch alles
(vgl. oben S. 3 ff. Fig. 52—55). Für die ganzen Grundrisse kann man wenigstens feststellen,
daß der hellenistische Typus des Peristylhauses mehrfach noch ziemlich rein erhalten ist, wenn
'auch nicht mit allen von Vitruv geforderten, in Delos und Priene noch erhaltenen Einzelheiten.

Fig. 120. Privathaus (Thera I 252).

Privathaus b 6 Ein einfaches Privathaus ist schon im I. Bande von Dörpfeld beschrieben (232 ff.). Von

der Hauptstraße aus, die vom Markte zum Apollon Karneios führt und sich hinter diesem
Hause nach rechts zu einer Seitengasse abzweigt (Plan II B 6 links oben), tritt man durch
die Thür A, deren Schwelle noch erhalten ist, in den Korridor oder Vorraum (d-vycüQelnv) B,
von dem man nach rechts in die Nebenräume G und H gelangen kann, die beide nicht
von der Straße zugänglich, also keine Läden sind. Geradeaus führt eine weitere Thür in den
Hof C, in dem man ein Peristyl von fünf Säulen vor sich hat, dessen Basen teils erhalten,
teils sicher erkennbar sind. Es ist nicht wie gewöhnlich in der Mitte erbaut, sondern an eine
der Wände angelehnt. Zwei in dem Grundrisse heller schraffierte Mauern D gehören einem
späteren Umbau an; sie sind errichtet worden, um einen Teil des Hofes abzutrennen und zu
einem besonderen Zimmer zu machen. Durch Thüren stehen zwei Räume mit dem Hofe in
direkter Verbindung; auf der einen Seite ein großer Saal E, 8.1 m lang und 6.65 m breit, und
auf der anderen ein kleines Gemach F, das bis an die Hauptstraße heranreicht. Jener Raum
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