Hyrtl, Joseph
Die alten deutschen Kunstworte der Anatomie: mit Synonymen-Register und alphabetischem Index — Wien, 1884

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YEEZEICHNISS

der von mir benützten Schriften1).

Anatomica.

Hieron. Brunschwig, burgher undt wundartzet ze strasburge, Von
der Anathorni, als Anhang zu desselben Autors sehr selten ge-
wordenem Buch der Cirurgia, Strassburg, 1497, fol.2). Das älteste
Denkmal altdeutscher Anatomie. Es besteht aus sechs, mit Aus-
nahme eines einzigen, nicht paginirten Folioblättern, auf deren
ersten die Abbildung eines menschlichen Skelets sich befindet,
welche fürchterlich genannt werden müsste, wenn sie nicht gar
so lächerlich ausgefallen wäre. Dieser Ahnherr der deutsch-
schreibenden Anatomen ist auch der Oberälteste ihrer Zunft;
er wurde 110 Jahre alt.

Wendelin Hock v. Brackenaw, Ein eontrafact Anatomy der inneren
glyderen des menschen, Strassburg, 1517, fol., mit deutscher Be-
nennung der Organe, während eine in demselben Jahre von ihm
herausgegebene Skeletabbildung, unter der Aufschrift: „Ein con-
trafacter Todt, mit seinen beinen, fügen unnd glyderen unnd geioerbenu,
theils lateinische, theils arabische Knochennamen führt. Beide
Blätter gehören zu den werthvollsten typographischen Seltenheiten.

') Bei den im Texte des Buches vorkommenden Citaten aus diesen Werken
bedeutet, für die Incunabeln, a und b die Avers- und die Reversseite
der nummerirten Folia, bei den Drucken mit doppelten Colonnen auf
den nummerirten Paginae dagegen, a die linke, b die rechte Colonne.

2) Die letzte Seite der Cirurgia enthält als Schluss die Jahreszahl:
MCCCXCVII. Das wäre also lange vor Erfindung der Buchdrucker-
kunst. Soll heissen: MCCCCXCVII.
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