Schmidt, Richard [Oth.]; Buchheit, Hans [Oth.]; Paulus, Eduard [Oth.]
Die Kunst- und Altertums-Denkmale im Königreich Württemberg ((Rave)Donaukreis ; Halbbd. 4): Oberamt Ravensburg — Stuttgart, 1931

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Einleitung

Württ. Vjh. N. F. 1896). Im Jahr 1546 begegnen wir dem Maurer Conz, 1549 Jakob
Rosenheimer in Weingarten. Im 17. Jahrhundert baute in Weißenau Johann Guggen-
moos aus Weilheim in Bayern und Martin Barbierer aus Roveredo (Turm und
Chor der Klosterkirche). In Ravensburg werden 1625 als Bauherren Ulrich Haiden-
hofer und Johann Kollöffel genannt. Doch ist es möglich, daß sie nicht Baumeister,
sondern städtische Bauverwalter waren, da sie dem Patriziat angehörten. In Weingarten ist
1677 Michael Thumb und Meister Caudi am Noviziatbau und gegen das Ende dieses Jahr-
hunderts in Berg der Weingartener „Diener" Jakob von Plon tätig. Im 18. Jahrhundert
begegnet uns in Weißenau Franz Beer und Franz Singer von Meßkirch, in Weingarten
wiederum Beer, Christian Thumb, Andreas Schreck, Franz Herkommer, Guiseppe Donato
Frisoni aus Laino, Caspar Moosbrugger aus Einsiedeln, Johann Jakob Herkommer von
Füssen, Josef Schmuzer, Heinrich Bader aus dem Bregenzer Wald. 1717 empfiehlt sich
in Weingarten ein Architekt C. D. Luchese, im Jahr 1720 hat der Ottobeurener Bau-
direktor Maini Pläne für Weingarten vorgelegt und wird von seinem Abte empfohlen.
In Ravensburg waren die Deutschordensbaumeister Johann Caspar Bagnato und Franz
Anton Bagnato, in Eggartskirch Johann Baptist Thumm aus Konstanz tätig. Als Stein-
lieferanten werden in Weißenau Leonhard Albrecht von Bregenz, in Weingarten Joh.
Seb. Handle, Steinmetz aus Mörmsheim bei Aichstätt, Michael Rudolf aus Schinnen und
Anton Reich aus Belzenhofen erwähnt.
In den Ravensburger Men werden weiter genannt: Conrad Groß der Murer (1431),
Hans Grouberg, Steinmetz (1472), Jörg Grieuberg (1497), Meister Lorenz, Steinmetz
(1513), Hans Bosch, Steinmetz (1514), Martin Hans Buder, Steinmetz (1514, 1522,1527),
Meister Hans Murer (1522), Srmon Scheffler, Steinmetz (1537), Conrad Vischmann,
Steinmetz (1561), Jakob Apt, Steinmetz (1570—1584), Hans Köberlin, Steinmetz (1591),
Hans Martin, Unterbaumeister (1591), Hanniwal Beckniger, Steinmetz (1582), Jakob
Dögel, Unterbanmeister (1603), Jörg Müller, Unterbaumeister (1615), Peter Beutler,
Baumeister (1621), Jakob Delin, Baumeister (1627), Jakob Weber, Oberbaumeister
(1627), Jakob Mauser, Werkmeister (1630), Georg Großmann, Unterbaumeister (1636),
Michael Zech, Maurermeister von Bludenz (1669), Hans Jakob Köberlein, Maurermeister
(1676) und im 18. Jahrhundert Friedrich Gradmann, Stadtbaumeister (1752), Johann
Georg Röll, Werkmeister (1767), Johann Gottfried Engemann, Werkmeister (1770),
Jakob Rösch, Stadtbaumeister (1788), Andreas Zinstag, Werkmeister (1793). (Vgl. Württ.
Vierteljahrshefte 1889, S. 122.) Bestimmte Werke können mit ihnen nicht in Verbindung
gebracht werden. Aus Ravensburg gebürtig war auch U. Christof Vogt, von dem der
Entwurf für Kloster und Kirche Ottobeuren stammt.
Stukkatoren sind erst aus dem 18. Jahrhundert bekannt. In Weißenau Franz
Schmuzer aus Wessobrunn und Franz Marazzi. In Weingarten wiederum Schmuzer für
die Baustukkatur und einen Teil der Altäre, Antonio Corbelliui für die drei Hauptaltäre,
deren Stuckstatuen der schon genannte Diego Carlone verfertigte.
Auffallend ist, daß z. B. ältere Werke der Monumentalbildhauerei, vor allem der
Grabplastik, fast ganz fehlen. Vorhanden ist nur noch das später überarbeitete Grabmal
mit der Figur des Henslin Humpiß in der evangelischen Kirche in Ravensburg, gest. 1429,
und einige wenige Grabsteine des 16. Jahrhunderts auf dem dortigen alten Friedhof zum
Pfannenstiel. Auch die Bauplastik an kirchlichen Gebäuden fehlt nahezu ganz. Die einzige

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