Kunst und Künstler: illustrierte Monatsschrift für bildende Kunst und Kunstgewerbe — 16.1918

Seite: 325
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IGNAZ BETH f

Durch einen traurigen Unglücksfall ist der Berliner
Kunsthistoriker Dr. Ignaz Beth ums Leben gekommen.
Beth hat sich vor allem um die Erforschung der alt-
deutschen Kunst verdient gemacht. Mit einer Arbeit
über die Bauernzeichnung in der deutschen Graphik
des fünfzehnten und sechzehnten Jahrhunderts erwarb
er sich im Jahre 1909 den Grimmpreis der Berliner
Universität. Kleinere Studien waren Hans Dürer, Wohl-
gemut, Cranach und der Berliner Herpin-Handschrift
gewidmet. Nach Burgers Tode übernahm er in Fort-
setzung von dessen Geschichte der deutschen Malerei
die Bearbeitung der oberdeutschen Schulen, von der

nur eine Lieferung bisher erscheinen konnte, so dass
das Werk zum zweiten Male verwaist bleibt. Vor-
arbeiten zu einer Biographie Hans Baidung Griens
konnten ebenfalls nicht zu dem erhofften Abschluss ge-
führt werden. Ein grosses Verdienst erwarb sich der
Verstorbene endlich durch die Fortführung der von
Jellinek begründeten Bibliographie der Kunstgeschichte..
Auch als Maler hat Beth sich einen Namen gemacht. In
Ausstellungen der Sezession trat er gelegentlich an die
Öffentlichkeit, und kurz vor seinem Tode plante Fritz
Gurlitt eine Ausstellung seiner Werke, die nun leider zu
einer Gedächtnisausstellung werden muss. Glaser.

MAX "LIEBERMANN, LITHOGRAPHIE ZU „KLEISTS KLEINEN ERZÄHLUNGEN"

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